Algpoxpro (algpoxpro.com): Krypto-Guthaben nur virtuell?

Veröffentlicht am 08.09.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Angezeigtes Krypto-Guthaben bei Algpoxpro oft ohne nachvollziehbare Blockchain-Adresse
  • Auszahlung erst nach Zahlung angeblicher Gebühren wie 'Blockchain Verification' oder 'Gas Fees'
  • Angeblich gesperrte Wallets und gefälschte Token als weitere Muster beschrieben
  • Bei Algpoxpro könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei der Plattform Algpoxpro (algpoxpro.com) berichten Anleger, dass angezeigte Kryptowährungs-Guthaben nicht ausgezahlt werden, sondern vor einer Übertragung zusätzliche Zahlungen wie „Blockchain Verification“ oder „Network Fees“ verlangt werden. Ein hoher Kontostand in Bitcoin, Ethereum oder Stablecoins wie USDT bedeutet dabei nicht automatisch, dass tatsächlich Kryptowerte auf einer nachvollziehbaren Blockchain-Adresse existieren.

Wie funktioniert das Vorgehen bei Algpoxpro (algpoxpro.com)?

Nach Schilderungen wird Anlegern in ihrem Kundenbereich ein wachsendes Krypto-Portfolio angezeigt. In einem beschriebenen Fall zahlte ein Anleger 35.000 Euro ein, das Konto zeigte später einen Wert von 72.000 Euro in Kryptowährungen. Beim Versuch, die Coins auf eine eigene Wallet zu übertragen, wurde der Transfer verweigert. Stattdessen sollte der Anleger zunächst 9.000 Euro für eine angebliche „Blockchain Verification“ zahlen. In einem weiteren geschilderten Beispiel wurden für die Übertragung von 150.000 USDT plötzlich 12.000 Euro „Gas Fees“ gefordert. Auch angeblich „eingefrorene“ Wallets, die gegen Zahlung freigeschaltet werden sollen, werden als Begründung genannt.

Warum ist ein angezeigtes Krypto-Guthaben kein Beweis für echten Besitz?

Zwischen einem echten Blockchain-Guthaben und einer bloß auf einer Webseite angezeigten Zahl besteht ein erheblicher Unterschied. Entscheidend ist, ob eine nachvollziehbare Wallet-Adresse existiert und wer über die zugehörigen Private Keys verfügt. Öffentliche Blockchains erlauben es grundsätzlich, Transaktionen über sogenannte Blockchain Explorer zu überprüfen – etwa anhand von Transaktions-Hash, Wallet-Adresse, Betrag und Zeitpunkt. Fehlen solche nachprüfbaren Angaben trotz angeblich hoher Kryptobeträge, ist das ein Anhaltspunkt für genauere Prüfung.

Sind Gebührenforderungen wie „Network Fees“ immer legitim?

Echte Blockchain-Transaktionen können Gebühren verursachen, das macht jedoch nicht jede als „Network Fee“, „Gas Fee“ oder „Blockchain Verification“ bezeichnete Forderung automatisch berechtigt. Wichtig ist, auf welcher Blockchain die Transaktion angeblich stattfinden soll und wie die Höhe der Gebühr begründet wird. Ein technisch klingender Begriff macht eine Forderung nicht plausibler.

Was ist bei angeblich gesperrten Wallets zu beachten?

Wird behauptet, ein Krypto-Bestand sei wegen Geldwäscheprüfungen, internationalen Vorschriften oder fehlender Verifizierung „eingefroren“, sollte diese Begründung nicht ungeprüft übernommen werden. Relevant ist, wer die Wallet gesperrt haben soll, auf welcher rechtlichen oder technischen Grundlage dies geschehen sein soll und ob sich der behauptete Bestand überhaupt auf der Blockchain nachvollziehen lässt.

Können auch die angezeigten Token gefälscht sein?

Auf Blockchains lassen sich Token erstellen, die optisch oder namentlich bekannten Kryptowährungen ähneln, ohne den erwarteten Wert zu besitzen. Bei ungewöhnlichen Transaktionen kann daher auch die sogenannte Contract-Adresse eine Rolle spielen. Ein bekannter Name oder ein angezeigter Dollarwert allein belegt nicht, dass ein Token tatsächlich werthaltig ist.

Was tun bei Problemen mit Algpoxpro (algpoxpro.com)?

Betroffene sollten Screenshots, Wallet-Daten sowie sämtliche Nachrichten zu angeblichen Blockchain-Gebühren oder Freischaltungen sichern. Für die rechtliche und technische Einordnung ist relevant, welche Wallet-Adressen, Transaktions-Hashes, Blockchains und Token im konkreten Fall genannt wurden. Betroffene können ihren Sachverhalt über broker-betrug.de übermitteln.

Häufige Fragen

Ist das bei Algpoxpro (algpoxpro.com) angezeigte Krypto-Guthaben echt?
Ein angezeigter Kontostand ist kein Beweis für echten Besitz. Entscheidend ist, ob eine nachvollziehbare Wallet-Adresse mit Transaktionshistorie auf der Blockchain existiert.
Muss ich vor einer Auszahlung Gebühren bei Algpoxpro zahlen?
Laut geschilderten Fällen wurden vor Übertragungen Zahlungen wie 'Blockchain Verification' oder 'Gas Fees' im vier- bis fünfstelligen Bereich verlangt. Solche Forderungen sollten technisch und inhaltlich geprüft werden, bevor gezahlt wird.
Was bedeutet eine angeblich 'gesperrte' Wallet?
Es sollte geklärt werden, wer die Sperrung veranlasst haben soll, auf welcher Grundlage und ob der behauptete Bestand überhaupt auf der Blockchain nachvollziehbar ist.
Sind Stablecoins wie USDT automatisch sicher?
Nein. Ein angezeigter Betrag in USDT oder USDC kann lediglich eine Zahl innerhalb der Plattform sein, ohne dass eine entsprechende Blockchain-Adresse mit echten Token existiert.
Was sollte ich als Betroffener von Algpoxpro sichern?
Screenshots des Kontos, sämtliche Wallet-Daten sowie Nachrichten zu angeblichen Gebühren oder Freischaltungen sollten gesichert werden.

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