Alphaedge Capital: Geld zurück nach Trading-Betrug?

Veröffentlicht am 02.09.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Vermögensarrest nach § 111e StPO kann Vermögen von Alphaedge Capital sichern
  • Entschädigung Geschädigter über § 459h StPO aus eingezogenem Vermögen möglich
  • Zivilrechtliche Verjährung nach §§ 195, 199 BGB im Einzelfall genau prüfen
  • Bei Alphaedge Capital könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Alphaedge Capital, das unter den Domains trade-alphaedge.pro, alphaedgecapitals.com und alphaedgecapitals.pro auftritt, steht im Verdacht, Anleger im Rahmen eines Trading-Betrugs geschädigt zu haben. Geschädigte sollten neben zivilrechtlichen Ansprüchen auch strafrechtliche Instrumente wie den Vermögensarrest prüfen, da darüber gesicherte Vermögenswerte später zur Entschädigung genutzt werden können.

Was ist ein Vermögensarrest bei Anlagebetrug?

Nach § 111e StPO kann Vermögen eines Beschuldigten gesichert werden, wenn eine spätere Wertersatzeinziehung zu erwarten ist. Bei dringenden Gründen soll ein solcher Arrest angeordnet werden, ohne dass ein Strafverfahren bereits rechtskräftig abgeschlossen sein muss. Bei Alphaedge Capital kann relevant sein, ob Verantwortliche Gelder auf identifizierbaren Konten gesammelt haben, die frühzeitig gesichert werden können.

Was passiert mit beschlagnahmtem Geld?

Ein Vermögensarrest bedeutet nicht automatisch die vollständige Rückzahlung an Geschädigte. § 459h StPO regelt jedoch, dass eingezogenes Vermögen oder der Verwertungserlös an Personen ausgekehrt werden kann, denen aus der Straftat ein Rückgewähr- oder Ersatzanspruch entstanden ist. Da bei Plattformen wie Alphaedge Capital häufig zahlreiche Anleger betroffen sind, kann ein einzelner Geschädigter Teil eines größeren Ermittlungsverfahrens sein.

Warum ist die genaue Schadenssumme entscheidend?

Für eine Anspruchsanmeldung reicht eine grobe Schätzung nicht aus. Tatsächlich überwiesene Beträge müssen von virtuell im Trading-Konto angezeigten Gewinnen klar getrennt werden. Wer beispielsweise insgesamt 55.000 Euro überwiesen hat, während das Konto später 140.000 Euro auswies, muss beide Summen exakt unterscheiden können.

Welche Informationspflichten hat die Staatsanwaltschaft?

§ 111l StPO sieht vor, dass die Staatsanwaltschaft die Vollziehung einer Beschlagnahme oder eines Vermögensarrests Personen mitteilt, denen ein Anspruch entstanden sein kann. Bei einem Vermögensarrest kann sie Geschädigte zudem auffordern, Art und Höhe ihres Anspruchs mitzuteilen. Wer eine solche Mitteilung erhält, sollte sie nicht unbeachtet lassen.

Warum unterscheiden sich Zahlungswege der Geschädigten?

Bei größeren Betrugsstrukturen zahlen Opfer oft an unterschiedliche Empfänger – etwa an ausländische Konten, Krypto-Wallets oder deutsche Gesellschaften. Trotzdem können diese Zahlungen zur selben Struktur hinter Alphaedge Capital gehören. Kontoauszüge, Empfängernamen, IBANs und Wallet-Adressen sind daher wichtige Beweismittel.

Welche Verjährungsfristen gelten zivilrechtlich?

Zivilrechtliche Ansprüche verjähren nach § 195 BGB regelmäßig innerhalb von drei Jahren. Nach § 199 BGB beginnt die Frist mit Kenntnis von Anspruch und Schuldner, wobei zusätzliche Höchstfristen bestehen. Wer bereits vor Jahren bei Alphaedge Capital Geld verloren hat, sollte die konkrete Verjährung im Einzelfall prüfen lassen und sich nicht allein auf mögliche strafrechtliche Ermittlungen verlassen.

Was ändert ein rechtskräftiger Titel?

Wird ein Anspruch rechtskräftig festgestellt, verlängert sich die Verjährungsfrist nach § 197 BGB grundsätzlich auf 30 Jahre. Vor einer Klage müssen jedoch tatsächliche Anspruchsgegner identifiziert werden – eine Klage gegen eine nicht greifbare Scheingesellschaft führt nicht automatisch zum Erfolg.

Häufige Fragen

Was ist Alphaedge Capital (trade-alphaedge.pro)?
Alphaedge Capital ist eine Trading-Plattform, die unter den Domains trade-alphaedge.pro, alphaedgecapitals.com und alphaedgecapitals.pro auftritt und im Verdacht steht, Anleger durch Trading-Betrug geschädigt zu haben.
Wie kann ich als Geschädigter Geld zurückerhalten?
Möglich sind zivilrechtliche Ansprüche sowie strafrechtliche Mechanismen wie der Vermögensarrest nach § 111e StPO und die Auskehr eingezogener Vermögenswerte nach § 459h StPO.
Warum ist die genaue Schadenssumme wichtig?
Für eine Anspruchsanmeldung muss der tatsächlich überwiesene Betrag von virtuellen, im Trading-Konto angezeigten Gewinnen getrennt nachgewiesen werden.
Was bedeutet eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft nach § 111l StPO?
Sie informiert Geschädigte über die Sicherung von Vermögenswerten und kann zur Mitteilung von Art und Höhe des eigenen Anspruchs auffordern. Solche Schreiben sollten ernst genommen werden.
Wie lange kann ich zivilrechtliche Ansprüche geltend machen?
Regelmäßig gilt nach §§ 195, 199 BGB eine dreijährige Verjährungsfrist ab Kenntnis von Schaden und Schuldner. Bei rechtskräftig festgestellten Ansprüchen verlängert sich die Frist nach § 197 BGB auf 30 Jahre.

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