altkoenig-recht.de: Warnung vor Fake-Kanzlei

Veröffentlicht am 06.11.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • altkoenig-recht.de steht seit 23.10.2026 auf der Warnliste von Watchlist Internet Österreich
  • Angebote aus angeblicher Insolvenzverwertung (z. B. Porsche für 130.000 Euro) nicht bezahlen
  • Anwaltsidentität und Insolvenzverfahren amtlich prüfen; Identitätsmissbrauch ist möglich
  • Bei altkoenig-recht.de könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Die Internetadresse altkoenig-recht.de steht laut Quelltext seit dem 23. Oktober 2026 auf der Warnliste von Watchlist Internet Österreich und wird dort als betrügerische Anwaltskanzlei bezeichnet. Ein dokumentierter Fall betrifft das Angebot eines Porsche 911 Carrera für 130.000 Euro aus angeblicher Insolvenzverwertung. Wer ein solches Angebot erhält, sollte nicht zahlen, sondern Insolvenzverwalter, Verfahren und Verfügungsbefugnis prüfen.

Ist altkoenig-recht.de seriös?

Watchlist Internet warnt vor altkoenig-recht.de und nennt unter anderem erfundene Erbschaften, falsche Insolvenzkataloge und fingierte urheberrechtliche Forderungen. Ein Abrufversuch der Website am 6. November 2026 scheiterte an einer technischen Beschränkung. Daraus folgt nicht, dass die Seite abgeschaltet ist. Impressum und Kanzleianschrift konnten daher nicht kontrolliert werden.

Was ist über das Porsche-Angebot bekannt?

Ein Bericht vom 24. Oktober 2026 beschreibt eine E-Mail von office@albrecht-hoth.de. Die Domain albrecht-hoth.de soll auf altkoenig-recht.de weitergeleitet haben. Als angeblicher Rechtsanwalt wird Markus Ernst Schenk genannt; angeboten wurde ein Porsche 911 Carrera 3.0 S 4S für 130.000 Euro. Ob das Fahrzeug existierte oder gezahlt wurde, ist nicht ersichtlich. Die technische Verbindung beweist zudem nicht automatisch, dass alle beteiligten Domains denselben Betreiber haben.

Ist Markus Ernst Schenk ein echter Rechtsanwalt?

Eine Zulassung konnte nicht unabhängig bestätigt werden. Auch ein Identitätsmissbrauch zulasten eines echten Anwalts ist möglich. Empfohlen wird eine Recherche im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis. Ein namensgleicher Anwalt darf nicht ohne Beweise mit den Betreibern von altkoenig-recht.de gleichgesetzt werden.

Wie erkenne ich falsche Insolvenzverwalter?

Das Amtsgericht Regensburg warnt vor angeblichen Insolvenzverwaltern, die hochwertige Waren weit unter Marktpreis anbieten. Teils werden täuschend echte Bestellungsbeschlüsse verwendet, mitunter wird der Name des angeblich insolventen Unternehmens verschwiegen. Nach § 56 Abs. 1 InsO bestellt das Insolvenzgericht den Verwalter. Schuldner, Aktenzeichen und bestellte Person sollten anhand amtlicher Insolvenzbekanntmachungen geprüft werden. Fehlen diese Angaben, sollte nicht gezahlt werden.

Echte Kanzleien waren von Missbrauch betroffen: Die Insolvenzrechtskanzlei Anchor warnte am 28. Oktober 2026 vor gefälschten Angeboten (Gold, Fahrzeuge, Bagger, Traktoren), und auch Schultze & Braun war von gefälschten Abverkaufslisten betroffen. Eine Verbindung zu altkoenig-recht.de ist nicht nachgewiesen.

Was tun bei Kontakt mit altkoenig-recht.de?

  1. Keine Anzahlungen, Gebühren oder Kaufpreise überweisen.
  2. E-Mails, Angebote und Kataloge sichern.
  3. Absenderdomains und vollständige E-Mail-Kopfzeilen dokumentieren.
  4. Anwaltszulassung und Insolvenzverfahren amtlich prüfen.
  5. Nach einer Zahlung die Empfängerbank über die eigene Bank kontaktieren lassen.
  6. Bei übersandten Ausweisdokumenten Identitätsmissbrauch bedenken.
  7. Strafanzeige und zivilrechtliche Ansprüche prüfen lassen.

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Bei nachgewiesener Täuschung kommen Schadensersatzansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie nach § 826 BGB in Betracht. Entscheidend sind Zahlungswege, Empfängerkonten und Beweise sowie die Identifizierung der tatsächlich Verantwortlichen.

Häufige Fragen

Warum wird vor altkoenig-recht.de gewarnt?
Watchlist Internet Österreich führt die Domain seit dem 23. Oktober 2026 als betrügerische Anwaltskanzlei und nennt erfundene Erbschaften, falsche Insolvenzkataloge und fingierte urheberrechtliche Forderungen.
Welche Rolle spielt albrecht-hoth.de?
Laut einem Bericht vom 24. Oktober 2026 soll diese Domain auf altkoenig-recht.de weitergeleitet haben. Sie ist ein Ermittlungsansatz, beweist aber nicht automatisch denselben Betreiber.
Wer bestellt einen echten Insolvenzverwalter?
Nach § 56 Abs. 1 InsO bestellt das Insolvenzgericht den Verwalter. Ein vorgelegter Beschluss sollte anhand amtlicher Insolvenzbekanntmachungen geprüft werden, da Beschlüsse gefälscht sein können.
Was tun, wenn bereits gezahlt wurde?
Die eigene Bank sollte sofort die Empfängerbank kontaktieren. Zudem sind Beweise zu sichern und Strafanzeige sowie Ansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB und § 826 BGB zu prüfen.

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