Bergmann Core (bergmanncore.de): AFM-Warnung und Rechtslage

Veröffentlicht am 30.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • AFM warnt vor Bergmann Core (bergmanncore.de) als mutmaßlichem Boiler Room, keine Lizenz
  • Weitere Zahlungen stoppen, Bank kontaktieren, Domains, E-Mails und Zahlungen sichern
  • Ansprüche möglich nach § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB, § 826 BGB; keine Rückzahlungsgarantie
  • Bei Bergmann Core könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Die niederländische Finanzaufsicht AFM warnt vor Bergmann Core (bergmanncore.de) und stuft den Anbieter als mutmaßlichen Boiler Room ein. Nach der AFM-Mitteilung verfügt Bergmann Core weder über eine AFM-Lizenz noch über einen europäischen Pass. Die Warnung ist keine strafrechtliche Verurteilung, aber ein erhebliches Risikosignal.

Ist Bergmann Core seriös?

Die AFM-Warnung vom 26. Oktober 2026 nennt ausdrücklich bergmanncore.de/nl sowie die Adresse info@bergmanncore.de. Laut der von der spanischen Aufsicht CNMV verbreiteten Mitteilung wurden Personen unaufgefordert mit Anlageangeboten kontaktiert. Eine behördliche Lizenz liegt nach Angaben der AFM nicht vor.

Welche Domains werden im Zusammenhang mit Bergmann Core genannt?

Genannt werden bergmann-core.net, thebergmanncore.net, the-bergmanncore.com, core.de und bergmann-core.com. Dazu kommen mehrere E-Mail-Adressen, etwa info@thebergmanncore.net und info@bergmann-core.com. Ob alle Adressen von denselben Verantwortlichen betrieben werden, ist nicht belegt. Besonders core.de lässt sich ohne weitere Nachweise nicht eindeutig zuordnen. Anleger sollten für jede genutzte Domain Aufrufdatum, Inhalte und den Übermittler dokumentieren und E-Mails mit vollständigen Kopfzeilen speichern.

Was tun, wenn die Auszahlung verweigert oder an Gebühren geknüpft wird?

Wird eine Auszahlung verweigert, verzögert oder von zusätzlichen Zahlungen wie Steuern, Versicherungsprämien oder Freischaltungsgebühren abhängig gemacht, sollten keine weiteren Beträge überwiesen werden. Auszahlungsanträge sind mit Datum, Betrag und Antworten zu dokumentieren. Ein angezeigter Kontostand ist kein verfügbares Guthaben; erst der Zahlungseingang auf einem eigenen Konto oder einer selbst kontrollierten Wallet belegt eine Rückzahlung.

Welche Ansprüche kommen in Betracht?

Eine Strafbarkeit nach § 263 Abs. 1 StGB setzt vorsätzliche Täuschung, Irrtum, Vermögensverfügung und Vermögensschaden voraus. Die AFM-Warnung ersetzt den Nachweis der individuellen Täuschung nicht. Bei nachgewiesener Täuschung kommen Schadensersatzansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie § 826 BGB in Betracht. Gegen Zahlungsempfänger können Bereicherungsansprüche nach § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB bestehen.

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Das hängt von Zahlungsart und identifizierbaren Empfängern ab. Bei selbst autorisierter Überweisung besteht kein automatischer Erstattungsanspruch gegen die Bank, ein schneller Rückruf kann dennoch sinnvoll sein. Bei nicht autorisierten Zahlungen kann § 675u BGB einschlägig sein, bei Kreditkarten ein Chargeback. Bei Kryptowährungen kann eine Blockchain-Analyse Transaktionswege nachvollziehen, garantiert aber weder Identifizierung noch Rückzahlung.

Was sollten Betroffene sofort tun?

  • Zahlungen einstellen und die Bank kontaktieren.
  • Domains per Screenshot mit Adresszeile und Datum sichern.
  • E-Mails archivieren und eine Zahlungsübersicht (Betrag, Datum, IBAN, Verwendungszweck) erstellen.
  • Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes speichern.
  • Fernwartungssoftware erst nach der Beweissicherung entfernen, Passwörter ändern.

Welche Gefahr droht durch Recovery-Angebote?

Nach einem Verlust melden sich teils angebliche Blockchain-Ermittler oder Rückholfirmen, die vor einer Auszahlung Gebühren verlangen. Solche Forderungen sind zurückzuweisen, private Wallet-Schlüssel dürfen nicht preisgegeben werden.

FAQ

Siehe die Fragen unten.

Häufige Fragen

Wer warnt vor Bergmann Core?
Die niederländische Finanzaufsicht AFM warnte am 26. Oktober 2026 und stufte den Anbieter als mutmaßlichen Boiler Room ein. Die Mitteilung wurde von der spanischen CNMV verbreitet.
Hat Bergmann Core eine Lizenz?
Nach Angaben der AFM verfügt Bergmann Core weder über eine AFM-Lizenz noch über einen entsprechenden europäischen Pass.
Ist die AFM-Warnung ein Beweis für Betrug?
Nein. Sie ist keine Verurteilung, aber ein wichtiges Indiz für die Risikobewertung. Für § 263 StGB muss die individuelle Täuschung nachgewiesen werden.
Soll ich Gebühren für eine Auszahlung zahlen?
Nein. Zusätzliche Zahlungen wie angebliche Steuern oder Freischaltungsgebühren sollten ohne rechtliche Prüfung nicht geleistet werden.
Kann ich mein Geld zurückfordern?
Das hängt von Zahlungsweg und identifizierbaren Empfängern ab. Möglich sind je nach Fall Überweisungsrückruf, Chargeback oder Ansprüche nach §§ 812, 823, 826 BGB; eine Rückzahlung ist nicht garantiert.

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