BRANTONE VEYLOR: Auszahlung nur gegen Gebühr?

Veröffentlicht am 28.09.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Vor Auszahlung werden zusätzliche Gebühren wie Treuhand- oder Settlement Fee verlangt
  • SWIFT-Dokumente und Banklogos belegen keine tatsächlich ausgeführte Überweisung
  • Korrespondenzbanken und angebliche Bankmitarbeiter dienen teils als Verzögerungsvorwand
  • Bei BRANTONE VEYLOR könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei BRANTONE VEYLOR (brantone.com) berichten Anleger, dass vor einer erwarteten Auszahlung plötzlich zusätzliche Zahlungen verlangt werden – etwa als "Treuhandfreigabe", "Settlement Fee" oder internationale Bearbeitungsgebühr. Solche nachträglich auftauchenden Forderungen und angebliche Zwischenschritte über Treuhänder oder Korrespondenzbanken sollten kritisch geprüft werden, bevor weitere Zahlungen geleistet werden.

Wie funktioniert die angebliche Auszahlungskonstruktion bei BRANTONE VEYLOR?

Anleger, die eine Rückzahlung erwarten, erhalten teils die Mitteilung, das Geld komme nicht direkt von der Plattform, sondern über einen angeblichen Zahlungsdienstleister, Treuhänder oder "Settlement Partner". Dieser sei bislang nie erwähnt worden und müsse die Auszahlung nun freigeben. Entscheidend ist dabei zu klären, ob dieser Dienstleister tatsächlich existiert, welche vertragliche Rolle er hat und warum er erst jetzt auftaucht.

Was bedeutet ein angebliches Treuhandkonto bei BRANTONE VEYLOR?

In einem geschilderten Fall behauptete BRANTONE VEYLOR, 90.000 Euro seien bereits auf ein Treuhandkonto übertragen worden. Für die Auszahlung sollte der Anleger zusätzlich 6.000 Euro "Treuhandfreigabe" zahlen. Ein bloßer Verweis auf ein "Trust Account" beweist jedoch weder die Existenz des Treuhänders noch die rechtliche Grundlage, auf der das Geld gehalten wird.

Warum können SWIFT-Dokumente täuschen?

SWIFT ist ein reales internationales Nachrichtensystem für Bankkommunikation. Professionell wirkende Dokumente mit Begriffen wie "MT103", Bankcodes und Referenznummern können deshalb überzeugend wirken, obwohl sie keine tatsächlich ausgeführte Überweisung belegen. Ein PDF mit Banklogo ist kein Zahlungsnachweis.

Wie wird mit Korrespondenzbanken argumentiert?

Internationale Überweisungen können real über mehrere Banken laufen. Diese Struktur wird bei BRANTONE VEYLOR teils als Vorwand genutzt: Die Auszahlung sei bereits unterwegs, hänge aber bei einer Korrespondenzbank in London oder Singapur fest. Ob die genannte Bank tatsächlich in den Zahlungsweg eingebunden ist, lässt sich unabhängig prüfen.

Was steckt hinter der "Settlement Fee"?

"Settlement" bezeichnet im Finanzmarkt real die Abwicklung eines Geschäfts. Fraglich ist, warum eine solche Gebühr erst nachträglich verlangt wird, ob sie vertraglich vereinbart wurde und warum sie nicht aus einem angeblich vorhandenen Guthaben verrechnet wird. Berichtet wird von Forderungen zwischen 3 und 10 Prozent des Auszahlungsbetrags.

Welches Beispiel zeigt den typischen Ablauf?

Ein Anleger sollte 120.000 Euro ausgezahlt bekommen. Er erhielt ein Dokument, wonach die Zahlung bereits von einer ausländischen Bank versandt, aber bei einer Korrespondenzbank hängengeblieben sei. Für die Freigabe seien 7.800 Euro nötig. Nach Zahlung wurde eine weitere internationale Bearbeitungsgebühr gefordert.

Was tun bei Problemen mit BRANTONE VEYLOR (brantone.com)?

Wer vor einer Auszahlung an einen angeblichen Treuhänder, Zahlungsdienstleister oder eine Bank weitere Gebühren zahlen soll, sollte die Forderung kritisch prüfen. Kontaktdaten angeblicher Bankmitarbeiter sollten nicht aus erhaltenen E-Mails, sondern über offizielle, unabhängig ermittelte Kanäle der echten Bank verifiziert werden. Auch sollte geprüft werden, ob eine genannte Bank den angeblichen Zahlungsvorgang überhaupt bestätigt.

Häufige Fragen

Ist es normal, dass BRANTONE VEYLOR vor der Auszahlung Gebühren verlangt?
Nein. Seriöse Auszahlungen werden in der Regel aus vorhandenem Guthaben verrechnet, nicht durch zusätzliche Vorabzahlungen wie Treuhand- oder Settlement-Gebühren erzwungen.
Beweist ein SWIFT-Dokument, dass eine Zahlung tatsächlich erfolgt ist?
Nein. Ein Dokument mit Bankcodes, MT103-Referenz oder Banklogo belegt nicht automatisch eine ausgeführte Überweisung und sollte unabhängig bei der genannten Bank verifiziert werden.
Was bedeutet eine angebliche Korrespondenzbank in diesem Zusammenhang?
Korrespondenzbanken existieren real bei internationalen Überweisungen, werden aber teils als Erklärung für Verzögerungen missbraucht, ohne dass ein tatsächlicher Zahlungsvorgang vorliegt.
Wie sollte ich einen angeblichen Bankmitarbeiter kontaktieren?
Nicht über die in der E-Mail angegebene Nummer, sondern über offizielle, unabhängig recherchierte Kontaktdaten der echten Bank.
Was sollte ich bei Forderungen nach weiteren Gebühren tun?
Die Forderung kritisch prüfen und keine weiteren Zahlungen leisten, bevor der tatsächliche Zahlungsstatus unabhängig bestätigt wurde.

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