Brivex (brivexequity.live): Verdacht, Auszahlung, Schritte

Veröffentlicht am 23.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Brivex (brivexequity.live): Verdacht auf Investmentbetrug, bislang nicht nachgewiesen
  • Keine Vorauszahlungen für Auszahlungen leisten; Belege und Zahlungswege sichern
  • Mögliche Ansprüche: § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB, § 826 BGB, § 812 BGB
  • Bei Brivex könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei Brivex (brivexequity.live) besteht der Verdacht auf Investmentbetrug, nachgewiesen ist er jedoch nicht. Wer dort Geld angelegt hat und Schwierigkeiten bei der Auszahlung erlebt, sollte keine weiteren Einzahlungen leisten, Zahlungsnachweise sichern und mögliche Rückforderungswege prüfen. Eine belastbare behördliche Warnung, ein eindeutig identifizierter Betreiber oder verifizierte Geschädigtenberichte zu brivexequity.live liegen derzeit nicht vor.

Was gilt, wenn Brivex Gebühren für die Auszahlung verlangt?

Eine verlangte Vorauszahlung zur Freigabe angeblicher Gewinne ist ein erhebliches Warnsignal. Verlangt Brivex Steuern, Provisionen oder eine Sicherheitsleistung, sollte die Forderung schriftlich begründet werden, und es sollte kein weiteres Geld überwiesen werden. Auszahlungsbetrag, Antragsdatum und alle Antworten sollten dokumentiert werden.

Ist die Betreiberidentität von Brivex überprüfbar?

Eine professionell gestaltete Website beweist weder eine Finanzaufsichtszulassung noch die Identität des Betreibers. Die auf brivexequity.live genannte Vertragsgesellschaft, ihre Registerdaten und eine behauptete Erlaubnis sollten unabhängig geprüft werden. Entscheidend ist, ob die Domain tatsächlich dem angegebenen Unternehmen gehört; eine bloße Registernummer genügt nicht. Auch ein fehlender Warnhinweis einer Finanzaufsicht bedeutet nicht, dass ein Angebot seriös ist.

Welche Vergleichsfälle helfen bei der Einordnung?

Ein Zusammenhang dieser Fälle mit brivexequity.live ist nicht bekannt. Sie zeigen lediglich Prüffragen:

  • HyperFund: Die US-Börsenaufsicht SEC erhob 2024 Betrugsvorwürfe. Nach Darstellung der Behörde fehlte eine tragfähige Einnahmequelle außerhalb neuer Anlegergelder. Prüffrage: Woher sollen die Renditen stammen?
  • BitConnect: Anleger wurden über die Leistung eines angeblichen Trading-Bots getäuscht; ein Hauptwerber bekannte sich 2021 schuldig. 2023 ordneten US-Behörden Entschädigungszahlungen an. Daraus folgt kein Erfolg für Brivex.
  • BitClout: Das US-Justizministerium erhob 2024 Vorwürfe wegen irreführender Angaben zur Verwendung von Anlegergeldern. Prüffrage: Wurden Einzahlungen wie versprochen investiert?

Was sollten Betroffene jetzt tun?

  1. Weitere Zahlungen stoppen, besonders angebliche Freischaltungsgebühren.
  2. Die Bank informieren und einen Überweisungsrückruf versuchen.
  3. Kreditkartenzahlungen reklamieren, soweit ein Chargeback infrage kommt.
  4. Kontostände, Auszahlungsversuche und Fehlermeldungen sichern.
  5. Chats, E-Mails und Telefonnummern im Originalformat dokumentieren.
  6. IBAN, Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes erfassen.
  7. Fernwartungssoftware entfernen, Zugangsdaten absichern, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

Bei konkreten Täuschungsanzeichen kommt zusätzlich eine Strafanzeige mit chronologischer Zahlungsübersicht in Betracht. Auch Werbeanzeigen und Renditezusagen vor der Einzahlung sollten gesichert werden.

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Bei Banküberweisungen kann ein schneller Rückruf sinnvoll sein, garantiert aber keine Erstattung. Bei Kreditkartenzahlungen können Reklamationsverfahren geprüft werden. Bei Kryptowährungen können Blockchain-Daten helfen, weitere Empfängerwallets zu identifizieren.

Welche rechtlichen Ansprüche kommen infrage?

Bei nachgewiesener vorsätzlicher Täuschung können Schadensersatzansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie aus § 826 BGB bestehen. Je nach Vertragsverhältnis kommt § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB in Betracht. Eine Bank haftet nicht automatisch für autorisierte Überweisungen.

Wie erkenne ich unseriöse Rückholfirmen?

Nach einem Verlust behaupten vermeintliche Ermittler mitunter, das Geld sei bereits sichergestellt. Vorausgebühren sollten nicht gezahlt, private Wallet-Schlüssel und neue Zugangsdaten nie herausgegeben werden.

Häufige Fragen

Ist Brivex (brivexequity.live) ein Betrug?
Es besteht ein Verdacht auf Investmentbetrug, nachgewiesen ist er nicht. Eine belastbare behördliche Warnung oder ein eindeutig identifizierter Betreiber liegt derzeit nicht vor.
Soll ich Gebühren für die Auszahlung bei Brivex zahlen?
Nein. Eine Vorauszahlung zur Freigabe angeblicher Gewinne ist ein erhebliches Warnsignal. Die Forderung sollte schriftlich begründet werden, ohne weiteres Geld zu überweisen.
Welche Beweise sollte ich sichern?
Auszahlungsanträge, Kontostände, Fehlermeldungen, Chats, E-Mails, Werbeanzeigen sowie IBAN, Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes.
Welche Anspruchsgrundlagen kommen infrage?
Bei vorsätzlicher Täuschung § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB und § 826 BGB, je nach Vertragslage auch § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB. Eine Rückzahlung ist nicht garantiert.

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