CBOM: Echtes Investment oder Zahl auf dem Bildschirm?

Veröffentlicht am 30.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • CBOM ist das Börsenkürzel der Credit Bank of Moscow – eine Verbindung zu Angeboten ist nicht belegt
  • Entscheidend sind Zahlungsempfänger, Handelsnachweise und der tatsächliche Zahlungseingang
  • Keine Vorauszahlungen für Steuern oder Gebühren; Belege, Chats und Zahlungswege sichern
  • Bei CBOM könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

CBOM ist das offizielle Börsenkürzel der russischen Credit Bank of Moscow. Ob ein Investmentangebot unter dem Namen CBOM tatsächlich mit dieser Bank zusammenhängt, ist nicht belegt. Anleger, die unter dieser Bezeichnung eingezahlt haben und einen Kapitalanlagebetrug vermuten, sollten weitere Einzahlungen stoppen, Nachweise sichern und die tatsächlichen Zahlungsempfänger prüfen.

Ist CBOM eine seriöse Anlage?

Für eine eigenständige Tradingplattform namens CBOM konnten nach dem Quelltext keine belastbaren Betreiberangaben und keine spezifische behördliche Warnung verifiziert werden. Ein Börsenkürzel beweist nicht, dass jedes Angebot unter dieser Buchstabenfolge legitim ist. Zu klären ist: Wer hat die Anlage vermittelt? Welches Produkt wurde angeboten? Wohin wurde das Geld überwiesen?

Bei einem echten Wertpapierkauf sollte eine nachvollziehbare Abrechnung vorliegen. Ein angezeigter Kontostand auf einer unbekannten Internetplattform ist kein ausreichender Nachweis. Bei russischen Finanzinstrumenten können zudem Sanktionen und Handelsbeschränkungen eine Rolle spielen. Diese Abwicklungsprobleme sind von einem möglichen Betrug zu unterscheiden.

Was tun, wenn die CBOM-Auszahlung nicht funktioniert?

Eine Auszahlung gilt nicht schon deshalb als erfolgt, weil das Kundenkonto sie anzeigt. Entscheidend ist der tatsächliche Zahlungseingang auf dem eigenen Bankkonto. Werden zusätzliche Steuern, Sicherheitsleistungen oder Freischaltungsgebühren verlangt, sollte die Rechtsgrundlage geprüft werden. Dokumentieren Sie das Auszahlungsversprechen, den Antrag, alle Antworten und einen zeitlichen Ablauf samt nachträglich geänderter Bedingungen.

Wann liegt ein strafbarer Betrug vor?

Ein Betrug nach § 263 Abs. 1 StGB kommt in Betracht, wenn Anleger vorsätzlich über wesentliche Umstände getäuscht und dadurch zu Zahlungen veranlasst wurden. Enttäuschende Rendite oder Kursverluste genügen nicht. Anders kann es sein, wenn Handelsgeschäfte erfunden oder ein nicht existierender Vertragspartner genannt wurde. Zivilrechtlich können bei nachgewiesener Täuschung Ansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB, aus § 826 BGB sowie bereicherungsrechtlich aus § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB bestehen.

Welche Fälle zeigen typische Muster?

Die folgenden Fälle haben nach dem Quelltext keine nachgewiesene Verbindung zu CBOM:

  • Trade Coin Club: Laut US-Justizministerium wurden keine Handelsgeschäfte durchgeführt; Gelder neuer Anleger dienten Zahlungen an frühere Teilnehmer.
  • tickmilleas.com: Im Dezember 2025 wurde die Domain beschlagnahmt; die Seite zeigte angeblich hohe Gewinne und brachte Geschädigte zu weiteren Einzahlungen.
  • CoinW6: Die US-Börsenaufsicht SEC erhob im September 2024 Vorwürfe; Anleger wurden über soziale Netzwerke angesprochen und Vertrauen aufgebaut.
  • Kryptobetrug 2025: Im März 2025 wurden rund sieben Millionen US-Dollar sichergestellt, die über Konten von Scheingesellschaften geleitet worden waren.

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Bei einer selbst freigegebenen Überweisung besteht nicht automatisch ein Erstattungsanspruch gegen die Bank. Ein schneller Rückrufversuch kann dennoch sinnvoll sein. Bei nicht autorisierten Zahlungen kann § 675u BGB relevant werden, bei Kreditkartenzahlungen kommen Chargebacks in Betracht. Parallel sollten Ansprüche gegen die tatsächlichen Empfänger geprüft werden. Eine Rückzahlung lässt sich nicht garantieren.

Welche Sofortmaßnahmen sind sinnvoll?

  1. Keine weiteren Zahlungen für angebliche Steuern oder Gebühren leisten.
  2. Kontoinhaber, IBAN, Datum und Verwendungszweck dokumentieren.
  3. Überweisungsrückruf bei der Bank prüfen.
  4. Verträge, Wertpapierkennnummern und Abrechnungen sichern.
  5. Screenshots, Chats und E-Mails archivieren.
  6. Bei Kryptozahlungen Wallet-Adressen und Transaktionskennungen erfassen.
  7. Fernwartungsprogramme kontrollieren, Passwörter ändern, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

Was sind Recovery Scams?

Angebliche Ermittler oder Rückholunternehmen versprechen, verlorenes Geld gefunden zu haben, und verlangen dafür neue Gebühren. Vorauszahlungen sollten nicht geleistet, Wallet-Schlüssel und Wiederherstellungsphrasen nicht herausgegeben werden. Eine Blockchain-Analyse kann Geldwege nachvollziehbar machen, garantiert aber keine Rückzahlung.

Häufige Fragen

Ist CBOM eine Betrugsplattform?
Für eine eigenständige Plattform namens CBOM liegen nach dem Artikel keine belastbaren Betreiberangaben oder spezifischen behördlichen Warnungen vor. CBOM ist zudem das Börsenkürzel der Credit Bank of Moscow. Der Einzelfall muss anhand der Unterlagen geprüft werden.
Was tun bei verweigerter CBOM-Auszahlung?
Weitere Zahlungen stoppen, Auszahlungsantrag, Kommunikation und Kontostände sichern, einen zeitlichen Ablauf erstellen und Forderungen nach Gebühren oder Steuern rechtlich prüfen lassen.
Welche Rechtsgrundlagen kommen bei Anlagebetrug in Betracht?
Strafrechtlich § 263 Abs. 1 StGB, zivilrechtlich § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB, § 826 BGB und § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB. Bei nicht autorisierten Zahlungen kann § 675u BGB relevant sein.
Kann ich eine Überweisung zurückholen?
Bei selbst autorisierten Überweisungen besteht kein automatischer Erstattungsanspruch, ein Rückrufversuch kann aber sinnvoll sein. Bei Kreditkartenzahlungen kommen Chargebacks infrage. Eine Rückzahlung ist nicht garantiert.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

  • 1Sie schildern uns Ihren Fall
  • 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
  • 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
  • 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.

Weitere Übersichten

Alle Analysen zu CBOM