Clausingroud (clausingroud.live): KI-Trading-Betrug?

Veröffentlicht am 08.09.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Clausingroud (clausingroud.live) bewirbt KI-Trading-Bot mit unrealistisch hohen Tagesrenditen
  • Vor Auszahlung wurde angeblich systemseitige Nachzahlung von 15.000 EUR verlangt
  • Dashboard-Trades und Trefferquoten von 90–95 % ohne nachvollziehbaren Nachweis
  • Bei Clausingroud könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Die Plattform Clausingroud (clausingroud.live) wirbt mit einem angeblichen KI-Trading-Bot, der automatisiert hohe tägliche Renditen erzielen soll. Anleger berichten von steigenden Dashboard-Gewinnen, gefolgt von plötzlichen Nachzahlungsforderungen vor einer Auszahlung. Solche Muster sind typisch für Konstellationen, in denen rechtliche Schritte geprüft werden sollten.

Wie funktioniert das angebliche Geschäftsmodell von Clausingroud?

Clausingroud (clausingroud.live) bewirbt einen „AI Trading Bot“, der angeblich rund um die Uhr Marktsignale analysiert und automatisch handelt. In einem geschilderten Beispielfall zahlte ein Anleger 10.000 Euro ein, das Dashboard zeigte binnen 30 Tagen fast täglich Gewinne zwischen 0,8 und 1,2 Prozent, sodass der Kontostand auf rund 13.000 Euro anstieg. Der Anleger erhöhte daraufhin sein Investment auf 50.000 Euro. Rechnerisch würde eine tägliche Rendite von 1 Prozent bei Wiederanlage nach einem Jahr aus 10.000 Euro mehr als 370.000 Euro machen – eine Größenordnung, die kritisch hinterfragt werden sollte.

Welche Warnsignale zeigt Clausingroud?

Mehrere Elemente des geschilderten Modells gelten als auffällig: außergewöhnlich hohe Trefferquoten von angeblich 90 bis 95 Prozent ohne nachvollziehbare Berechnungsgrundlage, ein Stufenmodell, bei dem höhere Einzahlungen (250 Euro, 10.000 Euro, 50.000 Euro) angeblich bessere KI-Modi freischalten, sowie täglich erstellte Marktanalysen mit Fachbegriffen und Prognosen, die auch mit generativer KI erzeugt werden können. Entscheidend ist, ob hinter den im Dashboard angezeigten Trades tatsächlich ausgeführte Geschäfte an einem realen Handelsplatz stehen.

Was bedeutet die Nachzahlungsforderung bei Clausingroud?

Besonders auffällig ist ein geschilderter Fall, in dem das System eine Meldung „AI Risk Protection requires additional margin: 15.000 EUR“ anzeigte. Der Anbieter erklärte, diese Entscheidung sei automatisch vom System getroffen worden und könne nicht verändert werden. Damit wird die Verantwortung auf eine angeblich neutrale Technologie verschoben. Rechtlich bleibt jedoch relevant, wer tatsächlich hinter solchen Forderungen steht und auf welcher vertraglichen Grundlage weiteres Kapital verlangt wird. Eine Software allein kann keine zusätzliche Zahlungspflicht begründen.

Was sollten Betroffene von Clausingroud jetzt tun?

Wer Erfahrungen mit Clausingroud (clausingroud.live) gemacht hat, sollte Screenshots der Bot-Ergebnisse, Trading-Historien, Renditeversprechen und Nachrichten des angeblichen Account-Managers sichern. Diese Unterlagen können später relevant sein, um zu klären, ob die behaupteten Investments tatsächlich durchgeführt wurden und wohin eingezahltes Geld tatsächlich geflossen ist. Betroffene können ihren Sachverhalt über broker-betrug.de übermitteln.

Häufige Fragen

Ist Clausingroud (clausingroud.live) seriös?
Der geschilderte Fall weist mehrere typische Warnsignale auf: unrealistisch hohe automatisierte Renditen, nicht nachprüfbare Trefferquoten und eine Nachzahlungsforderung vor der Auszahlung. Diese Merkmale sprechen gegen ein seriöses, reguliertes Geschäftsmodell.
Warum verlangt Clausingroud plötzlich eine Nachzahlung?
Im geschilderten Fall wurde eine angeblich systemseitig generierte Meldung angezeigt, wonach zusätzliche Margin (15.000 EUR) erforderlich sei. Eine Software allein kann jedoch keine zusätzliche Zahlungspflicht rechtlich begründen; entscheidend ist, wer tatsächlich hinter der Forderung steht.
Was beweisen die im Dashboard angezeigten Trades?
Ein Dashboard kann beliebig viele Trades anzeigen, ohne dass diesen tatsächlich ausgeführte Geschäfte an einem realen Handelsplatz zugrunde liegen. Ob dies bei Clausingroud der Fall ist, sollte im Einzelfall geprüft werden.
Welche Unterlagen sollten Betroffene sichern?
Sinnvoll sind Screenshots der Bot-Ergebnisse, Trading-Historien, Renditeversprechen sowie sämtliche Nachrichten des angeblichen Account-Managers.
Was bedeutet die gestaffelte Einzahlungsstruktur bei Clausingroud?
Mit steigender Einzahlung (250 Euro, 10.000 Euro, 50.000 Euro) wurden angeblich bessere KI-Modi freigeschaltet. Solche Stufenmodelle erzeugen einen Anreiz zu immer höheren Einzahlungen und sollten kritisch hinterfragt werden.

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