Copy Express Trade: BaFin-Warnung und Rückforderung

Veröffentlicht am 17.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • BaFin warnte am 14.10.2026 vor copyexpresstrades.com wegen fehlender Erlaubnis
  • Beworben werden 20–80 % Rendite in 24–96 Stunden, das passt nicht zu Copy-Trading
  • Keine weiteren Zahlungen leisten, Belege, Wallet- und Kontodaten sichern
  • Bei Copy Express Trade könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Copy Express Trade (copyexpresstrades.com) wirbt mit Renditen von 20 bis 80 Prozent innerhalb von 24 bis 96 Stunden. Die BaFin hat die Internetadresse copyexpresstrades.com am 14. Oktober 2026 in eine Warnung aufgenommen, weil dort nach ihren Erkenntnissen Finanz- bzw. Kryptowerte-Dienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten werden. Anleger sollten keine weiteren Einzahlungen leisten und Beweise sichern.

Ist Copy Express Trade seriös?

Die BaFin nennt insgesamt 23 Internetseiten, die nach ihren Feststellungen nahezu identisch gestaltet sind. Die Betreiber werden nach Angaben der Aufsicht nicht von ihr beaufsichtigt. Eine unerlaubt erbrachte Finanzdienstleistung ist allerdings nicht automatisch ein strafrechtlich nachgewiesener Betrug; die Warnung ist aber ein gewichtiger Grund, Geschäftsbeziehungen prüfen zu lassen.

Welche Renditen werden auf copyexpresstrades.com versprochen?

Vier Pakete werden beworben: Bronze (20 % in 24 Stunden, 50–499 US-Dollar), Silver (40 % in 48 Stunden, 500–999 US-Dollar), Premium (60 % in 72 Stunden, 1.000–4.999 US-Dollar) und Diamond (80 % in 96 Stunden, ab 5.000 US-Dollar). Eine Unterseite nennt teils abweichende Renditen. Echtes Copy-Trading bildet Handelsentscheidungen anderer Trader nach und trägt Marktrisiken, Gewinne und Verluste sind möglich. Das Modell einer passiven Ertragserzielung durch Planauswahl passt dazu nur schwer. Prüfenswert sind Ordernummern, Handelszeitpunkte, Finanzinstrumente und Abrechnungen.

Was tun bei Problemen mit Auszahlungen?

Bei verzögerter oder verweigerter Auszahlung sollten Auszahlungsantrag und alle Reaktionen schriftlich gesichert werden. Werden zusätzliche Steuern, Provisionen oder Sicherheitsleistungen verlangt, sollte nicht vorschnell gezahlt werden; solche Forderungen können auf ein weiteres finanzielles Risiko hinweisen. Das beworbene „Asset Protection“-Versprechen ist keine gesetzliche Einlagensicherung. Entscheidend sind Garantiegeber, Bedingungen und dessen Leistungsfähigkeit.

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Die Zahlungsart bestimmt die Strategie:

  • Überweisung: Nach Ausführung grundsätzlich nicht einseitig umkehrbar, ein unverzüglicher Rückrufversuch über die Bank kann dennoch sinnvoll sein.
  • Kreditkarte: Je nach Einzelfall kommen Reklamationsverfahren des Kartensystems infrage.
  • Kryptowährung: Transaktionen sind grundsätzlich nicht umkehrbar, Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes helfen aber bei der Nachverfolgung.

Rechtlich können bei nachweislich täuschenden Angaben § 263 Abs. 1 StGB sowie zivilrechtlich § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit einem Schutzgesetz und § 826 BGB relevant sein. Die BaFin-Warnung ersetzt nicht den Nachweis der individuellen Anspruchsvoraussetzungen. Verjährungsfragen richten sich nach §§ 195, 199 BGB.

Welche Sofortmaßnahmen sind sinnvoll?

  • Keine weiteren Einzahlungen, keine Freischaltungsgebühren oder Steuervorauszahlungen.
  • Bank informieren und Zahlungsrückruf prüfen lassen.
  • Kontostand, Positionen, Auszahlungsanträge und Kommunikation sichern.
  • IBAN, Kontoinhaber, Wallet-Adressen und Transaktionskennungen erfassen.
  • Fernwartungssoftware kontrollieren, Passwörter ändern, keine weiteren Ausweisdokumente senden.

Welche Gefahr droht nach einem Verlust?

Betroffene werden mitunter erneut kontaktiert, etwa von angeblichen Blockchainexperten oder Ermittlern, die verlorene Gelder gefunden haben wollen und vorab Gebühren verlangen (sogenannte Recovery Scams). Unbekannte Rückholunternehmen sollten nicht bezahlt, private Wallet-Schlüssel nie weitergegeben werden.

FAQ

Hat die BaFin vor copyexpresstrades.com gewarnt? Ja, die Adresse wurde am 14. Oktober 2026 in eine Warnung aufgenommen.

Ist die Warnung ein Betrugsnachweis? Nein, sie betrifft unerlaubte Dienstleistungen und belegt nicht automatisch eine Täuschung jedes Anlegers.

Ist eine Rückzahlung garantiert? Nein, der Erfolg hängt von Zahlungsweg, Beweislage und identifizierbaren Anspruchsgegnern ab.

Häufige Fragen

Hat die BaFin vor copyexpresstrades.com gewarnt?
Ja, die BaFin nahm die Adresse am 14. Oktober 2026 in eine Warnung auf, da dort Finanz- bzw. Kryptowerte-Dienstleistungen ohne Erlaubnis angeboten würden.
Ist die BaFin-Warnung ein Betrugsnachweis?
Nein. Eine unerlaubte Finanzdienstleistung ist von nachgewiesenem Betrug zu unterscheiden, die Warnung ist aber ein gewichtiger Anhaltspunkt.
Sollte ich Gebühren für die Auszahlung zahlen?
Nein, nicht vorschnell. Zusätzliche Steuern, Provisionen oder Sicherheitsleistungen können auf ein weiteres finanzielles Risiko hinweisen.
Wie kann ich Geld zurückfordern?
Das hängt von der Zahlungsart ab: Bankrückruf bei Überweisungen, Reklamation bei Kreditkarte, Nachverfolgung bei Kryptotransfers. Ein Erfolg ist nicht garantiert.

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