Devezu Investments: Wertpapierleihe und Kundenzustimmung

Veröffentlicht am 10.10.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Wertpapierleihe bei Devezu Investments setzt grundsätzlich die ausdrückliche Zustimmung des Kunden voraus
  • Leiheerträge sollen nach ESMA-Position Privatanlegern zugutekommen; nur übliche Vergütung darf einbehalten werden
  • Der Entleiher muss angemessene Sicherheiten stellen, die laufend überwacht und angepasst werden
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei Devezu Investments (devezu-investments.com) stellt sich die Frage, ob die Plattform Wertpapiere ihrer Kunden verleihen darf und wem die Erträge daraus zustehen. Nach Art. 5 der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593 ist dafür grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Zustimmung des Kunden nötig. Eine Wertpapierleihe ist für sich genommen aber kein Hinweis auf Betrug.

Was ist eine Wertpapierleihe?

Bei einer Wertpapierleihe stellt der Berechtigte seine Wertpapiere zeitweise einem Entleiher zur Verfügung. Die Aktie wird dabei nicht verkauft. Nach der europäischen SFTR-Verordnung zählt die Wertpapierleihe zu den Securities Financing Transactions, ebenso etwa Repo-Geschäfte und bestimmte Margin-Lending-Transaktionen. Ein Entleiher kann die Papiere beispielsweise benötigen, um eigene Lieferverpflichtungen zu erfüllen.

Braucht Devezu Investments (devezu-investments.com) die Zustimmung der Kunden?

Eine Wertpapierfirma darf Kundenwertpapiere grundsätzlich nicht ohne Weiteres für eigene Rechnung oder zugunsten Dritter verwenden. Erforderlich ist die vorherige ausdrückliche Zustimmung des Kunden zu bestimmten Bedingungen, die schriftlich oder gleichwertig nachweisbar sein muss. Die ESMA hat für Privatanleger betont, dass diese Zustimmung nicht unauffällig über allgemeine Geschäftsbedingungen eingeholt werden sollte. Zu prüfen ist daher, ob eine Klausel bewusst akzeptiert wurde oder nur zwischen vielen Vertragsbedingungen steht.

Wem stehen die Einnahmen aus verliehenen Aktien zu?

Ein Entleiher zahlt üblicherweise eine Vergütung. Nach der Position der ESMA sollen diese Erträge dem Privatanleger unmittelbar zugutekommen. Die Wertpapierfirma darf grundsätzlich nur eine normale Vergütung für ihre Dienstleistung einbehalten. Behielte die Plattform etwa von 600 Euro Leiheinnahmen 550 Euro ein, wäre die vertragliche und wirtschaftliche Begründung dieser Aufteilung genau zu prüfen.

Welche Rolle spielen Sicherheiten?

Während der Leihe befinden sich die Aktien beim Entleiher, es besteht ein Gegenparteirisiko. Die Wertpapierfirma muss angemessene Sicherheiten verlangen, deren Wert fortlaufend überwachen und bei Bedarf anpassen. Steigt der Wert verliehener Aktien von 30.000 auf 39.000 Euro, reicht eine unverändert bei 30.000 Euro liegende Sicherheit nicht aus. Kunden sollten wissen, welche Sicherheiten bestehen und wer sie bewertet.

Was gilt bei Sammeldepots und der Wiederverwendung von Sicherheiten?

Bei Omnibus- oder Sammelkonten müssen entweder alle betroffenen Kunden ausdrücklich zugestimmt haben, oder es muss sichergestellt sein, dass nur Instrumente zustimmender Kunden verwendet werden. Aufzeichnungen müssen die Zuordnung erkennen lassen, damit etwaige Verluste korrekt verteilt werden können. Sollen erhaltene Sicherheiten erneut verwendet werden („Reuse“), verlangt die SFTR eine vorherige schriftliche Risikoinformation und eine ausdrückliche Zustimmung des Sicherheitengebers.

Was sollten Anleger bei Devezu Investments (devezu-investments.com) sichern?

Relevant sind Depotbedingungen, Vereinbarungen zur Wertpapierleihe, Abrechnungen über Leiheinnahmen, Angaben zur Besicherung und Kontoauszüge. Begriffe wie „Stock Lending“, „Securities Lending“, „SFT“, „Collateral“ oder „Reuse“ können in den Unterlagen entscheidend sein.

Häufige Fragen

Ist Wertpapierleihe bei Devezu Investments (devezu-investments.com) automatisch Betrug?
Nein. Wertpapierleihe ist ein etabliertes Finanzmarktinstrument. Probleme können entstehen, wenn Kunden nicht klar informiert werden, keine wirksame Zustimmung vorliegt, Sicherheiten unzureichend sind oder Erträge nicht nachvollziehbar verteilt werden.
Welche Zustimmung ist für die Verleihe von Kundenwertpapieren nötig?
Nach Art. 5 der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593 ist eine vorherige ausdrückliche Zustimmung des Kunden zu bestimmten Bedingungen erforderlich, nachweisbar schriftlich oder in gleichwertiger Weise.
Wer erhält die Erträge aus der Wertpapierleihe?
Nach der Position der ESMA sollen die Erträge dem Privatanleger unmittelbar zugutekommen. Die Wertpapierfirma darf grundsätzlich nur eine normale Vergütung für ihre Dienstleistung einbehalten.
Welche Regeln gelten für die Wiederverwendung von Sicherheiten?
Die SFTR-Verordnung verlangt, dass der Sicherheitengeber zuvor schriftlich über Risiken und Konsequenzen informiert wird und ausdrücklich zustimmt.

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