DPI Investment: Nachhaltigkeitswerbung und MiCA-Pflichten

Veröffentlicht am 09.10.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • MiCA verlangt öffentliche Klima- und Umweltangaben zu Konsensmechanismen angebotener Kryptowerte
  • Kennzahlen zeigen Bruttoemissionen; CO₂-Zertifikate dürfen sie nicht rechnerisch senken
  • Zweifelhafte Umweltwerbung allein belegt keinen Betrug, kann aber Teil einer Gesamtprüfung sein
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Ob DPI Investment (dpi-investment.com) seriös ist, lässt sich aus dem Quelltext nicht abschließend beurteilen. Werbung mit „klimaneutral“ oder „grünem Mining“ ist bei einem Krypto-Dienstleister aber überprüfbar: Seit MiCA müssen regulierte Anbieter Informationen zu den Klima- und Umweltauswirkungen der Konsensmechanismen der angebotenen Kryptowerte öffentlich bereitstellen. Fehlende oder zweifelhafte Umweltangaben beweisen für sich genommen keinen Betrug.

Welche Nachhaltigkeitsangaben verlangt MiCA?

MiCA verpflichtet Krypto-Dienstleister, auf ihrer Webseite Informationen über wesentliche nachteilige Auswirkungen der Konsensmechanismen auf Klima und Umwelt an hervorgehobener Stelle bereitzustellen. Die Delegierte Verordnung (EU) 2025/422 konkretisiert dies. Zentraler verpflichtender Indikator ist der jährliche Energieverbrauch des Konsensmechanismus. Bei besonders hohem Verbrauch sollen zusätzliche Kennzahlen zu Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen angegeben werden.

Dürfen Emissionen durch Zertifikate „wegkompensiert“ werden?

Nein, nicht in den Kennzahlen. Diese sollen den Bruttoenergieverbrauch und die Bruttoemissionen darstellen. Kompensationsmaßnahmen sollen die Werte nicht rechnerisch senken, um Greenwashing zu vermeiden. Wird ein über DPI Investment (dpi-investment.com) angebotener Coin als „100 Prozent emissionsfrei“ beworben, ist daher zwischen tatsächlichen Emissionen und späterer Kompensation zu unterscheiden.

Sind Schätzwerte unzulässig?

Nicht automatisch. Bei dezentralen Netzwerken lassen sich Umweltwirkungen nicht immer exakt messen. Schätzungen dürfen unter bestimmten Umständen verwendet werden, wenn sie erforderlich und nachvollziehbar begründet sind. Entscheidend ist, ob Methodik, Datenbasis und Annahmen transparent erklärt werden. Eine scheinbar hochpräzise Angabe ohne Methodik sagt wenig aus.

Müssen Coins vergleichbar dargestellt werden?

Ja, die Angaben sollen so aufbereitet sein, dass Anleger die Umweltwirkungen verschiedener Konsensmechanismen vergleichen können. Erscheinen bei einem Anbieter mit hunderten Coins nur für einen besonders beworbenen „grünen Token“ Nachhaltigkeitszahlen, kann geprüft werden, ob die Informationspflichten für das gesamte Angebot umgesetzt wurden. Zusätzliche freiwillige Angaben können etwa Wasserverbrauch, Abfälle oder indirekte Emissionen durch Hardware betreffen.

Wann wird Umweltwerbung rechtlich relevant?

Nach der allgemeinen MiCA-Pflicht müssen Kunden fair, klar und nicht irreführend informiert werden. Vorteile von Kryptowerten dürfen weder vorsätzlich noch fahrlässig falsch dargestellt werden. Wird ein Anleger etwa wegen der Behauptung „EU-zertifiziert klimaneutral“ zu einer hohen Einzahlung bewegt, ist zu prüfen, was hinter der Aussage steht. MiCA-Nachhaltigkeitsangaben sind keine staatliche Empfehlung eines Coins.

Was sollten Betroffene sichern?

Treten zusätzlich unrealistische Renditeversprechen, widersprüchliche Produktinformationen oder eine blockierte Auszahlung bei DPI Investment (dpi-investment.com) auf, sollten Werbeanzeigen, Webseiten, Nachhaltigkeitsberichte, Whitepaper und Chats mit Ansprechpartnern gesichert werden. Frühere Werbeaussagen können später verändert oder gelöscht werden.

Häufige Fragen

Ist DPI Investment (dpi-investment.com) ein Betrug?
Der Artikel stellt keinen Betrug fest. Fehlende oder zweifelhafte Umweltangaben reichen allein nicht aus, können aber bei weiteren Unstimmigkeiten Teil einer größeren Prüfung sein.
Welche Angabe ist bei Kryptowerten zentral?
Als wesentlicher verpflichtender Indikator gilt der jährliche Energieverbrauch des Konsensmechanismus, konkretisiert durch die Delegierte Verordnung (EU) 2025/422.
Dürfen Klimazertifikate die Emissionswerte verringern?
Nein. Die Kennzahlen sollen Bruttoenergieverbrauch und Bruttoemissionen darstellen; Kompensationen sollen die Werte nicht rechnerisch reduzieren.
Sind geschätzte Nachhaltigkeitswerte unseriös?
Nicht automatisch. Schätzungen sind zulässig, wenn sie erforderlich und nachvollziehbar begründet sind, einschließlich Methodik, Datenbasis und Annahmen.

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