Eichenberg und Maurer: Auszahlung gegen Zusatzzahlung?

Veröffentlicht am 09.09.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Angebliche Geldwäscheprüfungen sollen zusätzliche Zahlungen vor Auszahlung erzwingen
  • Kontosperren und Fristdruck folgen typischerweise auf Auszahlungsanträge
  • Vorgelegte AML-Zertifikate sollten auf tatsächliche Ausstellerinstitution geprüft werden
  • Bei Kanzlei Eichenberg und Maurer könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Die Plattform „Kanzlei Eichenberg und Maurer“ (eichenberg-maurer.ag, eichenberg-maurer.io) soll Anlegern vor der Auszahlung ihres Guthabens angebliche Geldwäscheprüfungen, Liquiditätsnachweise oder Sicherheitszahlungen abverlangen. Statt der beantragten Auszahlung folgen weitere Zahlungsaufforderungen unter Begriffen wie „AML Fee“, „Source of Funds Deposit“ oder „Compliance Release“. Betroffene sollten solche Forderungen kritisch prüfen, bevor weiteres Geld überwiesen wird.

Wie funktioniert das beschriebene Vorgehen bei Eichenberg und Maurer?

Legitime Geldwäscheprüfungen (Source of Funds, Source of Wealth) sind in der Finanzbranche üblich und beruhen auf Nachweisen wie Kontoauszügen, Gehaltsabrechnungen oder Verkaufsverträgen – nicht auf zusätzlichen Überweisungen. Bei eichenberg-maurer.ag wird jedoch beschrieben, dass Anleger nach einem Auszahlungsantrag aufgefordert werden, weitere Beträge auf ein bestimmtes Konto oder eine Wallet zu überweisen, um die Herkunft bereits eingezahlten Kapitals „zu beweisen“. Ein Beispiel aus dem Artikel: Bei einem Guthaben von 35.000 Euro soll ein Anleger zusätzlich 10.000 Euro überweisen.

Welche Muster deuten auf eine bloße Zahlungsstufe hin?

Der Artikel beschreibt mehrere wiederkehrende Elemente: Vermögensnachweise, für die angeblich ein Prozentsatz des Guthabens (z. B. 20 Prozent) eingezahlt werden muss; kurzfristige Fristen von 48 Stunden unter Verweis auf einen „Geldwäscheverdacht“; sowie eine Kontosperre („Account Frozen“) mit der Behauptung, eine bestimmte Zahlung hebe die Sperre auf. Auffällig ist zudem, wenn Prüfungen aufeinanderfolgen – erst KYC, dann AML, dann Steuerprüfung, dann Sicherheitsfreigabe –, ohne dass die Auszahlung tatsächlich näherrückt.

Sind vorgelegte „AML Certificates“ ein verlässlicher Beleg?

Der Artikel warnt vor Dokumenten wie einem „AML Clearance Certificate“ mit Registrierungsnummer, Stempel und angeblichem Behördennamen. Solche PDFs können professionell wirken, sind aber technisch leicht herstellbar. Entscheidend ist, ob die genannte ausstellende Institution tatsächlich existiert und solche Zertifikate überhaupt vergibt.

Worauf sollte bei zeitlichem Ablauf geachtet werden?

Besonders relevant ist laut Artikel der Zeitpunkt der Sperre: Funktioniert ein Konto monatelang problemlos und beginnt die angebliche Geldwäscheprüfung erst nach dem ersten größeren Auszahlungsantrag, sollte dieser zeitliche Zusammenhang dokumentiert werden – etwa wann die Auszahlung beantragt, wann das Konto gesperrt wurde, welche Unterlagen verlangt wurden und welche zusätzlichen Zahlungen folgten.

Was sollten Betroffene dokumentieren?

Empfohlen wird, sämtliche Aufforderungen zu Herkunftsnachweisen oder Compliance-Zahlungen zu sichern: E-Mails, PDFs, Chatverläufe, Namen angeblicher Prüfer sowie die jeweiligen Zahlungsinformationen. Auch spezifische Formulierungen wie „AML Fee“, „Liquidity Proof“, „Source of Funds Deposit“ oder „Compliance Release“ sollten festgehalten werden, da sie später zeigen können, wie zusätzliche Zahlungen begründet wurden.

Was tun bei Problemen mit Eichenberg und Maurer?

Weitere Zahlungen sollten nicht vorschnell geleistet werden, nur weil eine Forderung juristisch oder regulatorisch klingt. Wichtig ist zu prüfen, welche konkrete Stelle die Forderung erhebt, ob sie nachvollziehbar begründet wird und warum ein Herkunfts- oder Vermögensnachweis überhaupt eine Zahlung an einen fremden Empfänger voraussetzen soll.

Häufige Fragen

Muss ich für eine Geldwäscheprüfung Geld überweisen?
Nein. Eine echte Herkunftsprüfung erfolgt über Unterlagen wie Kontoauszüge oder Gehaltsabrechnungen, nicht über zusätzliche Überweisungen an einen Empfänger.
Was bedeutet 'Account Frozen' bei Eichenberg und Maurer?
Laut Artikel wird eine Kontosperre teils genutzt, um Druck aufzubauen und eine weitere Zahlung als Voraussetzung für die angebliche Freigabe zu fordern.
Sind vorgelegte AML-Zertifikate ein Nachweis für Seriosität?
Nicht automatisch. Solche PDFs können professionell aussehen, sind aber leicht herstellbar; entscheidend ist die überprüfbare Herkunft der ausstellenden Stelle.
Woran erkennt man eine Eskalation mehrerer Prüfungen?
Wenn nach KYC, AML, Source-of-Wealth- und Steuerprüfung immer neue Voraussetzungen folgen, ohne dass die Auszahlung näherrückt, deutet das auf ein Muster ohne echten Prüfzweck hin.
Welche Unterlagen sollten Betroffene sichern?
E-Mails, PDFs, Chatverläufe, Namen angeblicher Prüfer sowie Zahlungsinformationen und verwendete Begriffe wie 'AML Fee' oder 'Compliance Release'.

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