hamburg-treuhand.com: Identitätsmissbrauch Sandtorkai Treuhand

Veröffentlicht am 06.11.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • hamburg-treuhand.com missbraucht Name, Adresse und HRB-Nummer der echten Sandtorkai Treuhand GmbH
  • Die echte Gesellschaft ist kein Insolvenzverwalter und warnt öffentlich; Strafanzeige am 15.09.2026
  • Gefälschte Gerichtsbeschlüsse und Zahlung auf Privatkonten sind laut Warnung Teil der Masche
  • Bei hamburg-treuhand.com könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Die Website hamburg-treuhand.com gibt sich als Insolvenzverwalter „Sandtorkai Treuhand GmbH“ aus und bietet Insolvenzware an. Die echte Sandtorkai Treuhand GmbH aus Hamburg erklärt öffentlich, keine Insolvenzware zu verkaufen und kein Insolvenzverwalter zu sein. Die Domain steht auf der Warnliste von Watchlist Internet Österreich.

Ist hamburg-treuhand.com seriös?

Nach dem Quelltext spricht alles dagegen. Die Website verwendet Firmenname, Anschrift (Willy-Brandt-Straße 67, 20457 Hamburg), Handelsregisternummer HRB 164732 und den Namen des Geschäftsführers Tim Kristian Bütecke. Die echte Gesellschaft hat nach eigenen Angaben seit mindestens Juli 2026 Kenntnis davon, dass unbekannte Dritte diese Daten missbrauchen. Ihre einzige autorisierte Internetadresse ist sandtorkai-treuhand.de. Am 15. September 2026 erstattete sie Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg.

Welche Widersprüche nennt die echte Gesellschaft?

  • Eine auf der Website als Mitarbeiter genannte Person „Patrick Engel“ ist bei ihr nicht und war nie beschäftigt.
  • Die auf hamburg-treuhand.com genannte Telefonnummer 040 89755013 gehört nicht zur echten Gesellschaft.
  • Das Unternehmen betreibt keine Insolvenzverwaltung und wurde nie gerichtlich zum Insolvenzverwalter bestellt.
  • Tim Kristian Bütecke ist von den unbekannten Verantwortlichen strikt zu unterscheiden; die Namensnutzung belegt keine Beteiligung seinerseits.

Ob die weiteren genannten Teammitglieder existieren oder ihre Namen mit Zustimmung verwendet werden, konnte der Verfasser nicht bestätigen.

Wie funktioniert das Vorgehen?

Laut der Warnung der echten Gesellschaft werden Fahrzeuge, Baugeräte, Wärmepumpen, Solartechnik und Elektronik angeboten, häufig mit Mindestbestellwert. Der Vertrag soll ausschließlich per E-Mail zustande kommen, Besichtigungen werden abgelehnt. Den Rechnungen werden gefälschte Beschlüsse eines Hamburger Gerichts beigefügt, etwa mit dem angeblichen Aktenzeichen 67g IN 237/26. Ein solcher Beschluss existiert laut Unternehmen nicht.

Die Website wirbt mit getrennten Treuhandkonten und einer 14-tägigen Prüfzeit. Nach der Warnung sollen Zahlungen tatsächlich auf Konten von Privatpersonen erfolgen. Entscheidend ist daher der tatsächliche Kontoinhaber, nicht die Bezeichnung „Treuhandkonto“.

Was tun bei einer Nachricht von hamburg-treuhand.com?

  • Nicht zahlen, nicht antworten, keine genannten Nummern zurückrufen.
  • E-Mails mit vollständigen Kopfzeilen, Rechnungen, Kontoverbindungen, Kataloge und angebliche Beschlüsse sichern.
  • Gerichtsunterlagen nur über amtliche Kontaktdaten des Insolvenzgerichts prüfen.
  • Die echte Gesellschaft nur über sandtorkai-treuhand.de kontaktieren (info@sandtorkai-treuhand.de für Betrugshinweise).
  • Bereits überwiesenes Geld unverzüglich bei der Bank zurückrufen und Strafanzeige erwägen.

FAQ

Siehe unten.

Häufige Fragen

Ist die Sandtorkai Treuhand GmbH hinter hamburg-treuhand.com?
Nein. Die echte Gesellschaft erklärt, dass unbekannte Dritte ihre Daten missbrauchen. Ihre einzige autorisierte Domain ist sandtorkai-treuhand.de.
Steht hamburg-treuhand.com auf einer Warnliste?
Ja, die Domain steht seit dem 21. September 2026 auf der Warnliste von Watchlist Internet Österreich.
Woran erkenne ich den Fake-Insolvenzverkauf?
Warnsignale sind abgelehnte Besichtigungen, Vertragsschluss nur per E-Mail, Zahlung auf Privatkonten, Zeitdruck und gefälschte Gerichtsbeschlüsse.
Was tun, wenn ich bereits gezahlt habe?
Das Geld sollte unverzüglich bei der Bank zurückgerufen werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine Strafanzeige; alle Unterlagen sollten gesichert werden.
Kann ich die Gerichtsunterlagen über die Kontaktdaten des Verkäufers prüfen?
Nein. Prüfen Sie Unterlagen ausschließlich über die amtlichen Kontaktdaten des zuständigen Insolvenzgerichts.

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