KayeVentures (kayeventures.com): FSMA-Warnung und Rückforderung
- FSMA warnte am 30.09.2026 vor KayeVentures (kayeventures.com); CNMV dokumentiert die Warnung
- Keine weiteren Zahlungen leisten, Bank informieren, Zahlungswege und Chats sichern
- Mögliche Ansprüche: § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB, § 826 BGB, § 812 BGB
- Bei KayeVentures könnte es sich um einen Betrug handeln.
- Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
- Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.
Die belgische Finanzaufsicht FSMA warnt vor der Online-Investmentplattform KayeVentures (kayeventures.com) und hat sie am 30. September 2026 in ihre Warnliste betrügerischer Anbieter aufgenommen. Auch die spanische Finanzaufsicht CNMV dokumentiert diese Warnung. Anleger sollten weitere Zahlungen einstellen, Beweise sichern und ihre Bank informieren.
Ist KayeVentures seriös?
Die FSMA nennt KayeVentures ausdrücklich unter den problematischen Investmentplattformen. Der Verdacht geht damit über negative Internetbewertungen hinaus. Eine individuelle strafrechtliche Verantwortlichkeit ist damit jedoch noch nicht festgestellt.
Dieselbe Warnveröffentlichung erfasst zahlreiche weitere Anbieter, darunter Axoria Markets, MT5 Novatrade und Pro-TRX. Daraus folgt nicht, dass diese Plattformen von denselben Personen betrieben werden. Wichtig ist, ob KayeVentures überhaupt eine nachprüfbare Berechtigung für die angebotenen Finanzdienstleistungen besitzt.
Was tun, wenn die Auszahlung ausbleibt?
Eine verweigerte Auszahlung kann ein wesentliches Indiz für Investmentbetrug sein, insbesondere wenn zusätzliche Gebühren verlangt werden. Bei einer Verzögerung sollte der vollständige Betrag schriftlich angefordert und eine angemessene Frist gesetzt werden. Verlangt der Anbieter danach angebliche Steuern, Versicherungsbeiträge oder Freischaltungsgebühren, sollte nicht ungeprüft gezahlt werden.
Eurojust berichtete im Mai 2025 über ein Betrugsnetzwerk, das mehr als 100 Anleger um über drei Millionen Euro schädigte. Die Täter setzten gefälschte Handelsdiagramme und psychologischen Druck ein, um weitere Einzahlungen zu erreichen.
Welche Beweise helfen weiter?
Erfahrungsberichte im Internet liefern Hinweise, ersetzen aber keine überprüfbaren Tatsachen. Entscheidend ist, ob tatsächlich investiert wurde oder nur ein Anlagevermögen auf einer Website angezeigt wurde. Hilfreich sind:
- Handelsabrechnungen, Einzahlungen, angezeigte Gewinne und tatsächliche Rücküberweisungen
- Empfänger-IBAN, Verwendungszweck und Zahlungsbestätigungen
- bei Kryptowährungen Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes
- vollständig exportierte Chats, etwa aus WhatsApp und Telegram
Die sichtbare Plattform und der wirtschaftliche Zahlungsempfänger können auseinanderfallen. Das zeigen Eurojust-Berichte aus Januar 2024 und November 2024. Dabei ging es um Cybertrading-Netzwerke sowie um Ermittlungen in Deutschland und Zypern mit mindestens zehn Millionen Euro Schaden.
Welche Sofortmaßnahmen sind sinnvoll?
- Keine weiteren Einzahlungen oder angeblichen Auszahlungsgebühren leisten.
- Die Bank unverzüglich informieren und einen Überweisungsrückruf prüfen.
- Auszahlungsanträge samt Ablehnungen sichern.
- Handelskonten dokumentieren, bevor der Zugriff verloren geht.
- Kreditkartenzahlungen prüfen und gegebenenfalls reklamieren.
- Fernwartungssoftware entfernen und Passwörter ändern.
Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen?
Bei nachgewiesenem Betrug kommen Schadensersatzansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie nach § 826 BGB in Betracht. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rückforderungsansprüche aus § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB bestehen. Zu klären ist, welche Personen oder Unternehmen Zahlungen entgegengenommen haben. Eine Haftung der eigenen Bank ergibt sich nicht automatisch aus einer betrügerisch veranlassten, aber autorisierten Überweisung. Eine Strafanzeige kann zur Identifizierung Verantwortlicher beitragen.
Wie erkenne ich angebliche Rückholunternehmen?
Nach einem Investmentbetrug droht häufig weiterer Schaden. Angebliche Blockchain-Ermittler oder Rückholunternehmen versprechen, Geld gegen Vorauszahlung freizugeben. Solche Recovery Scams nutzen die Lage Geschädigter aus. Es sollten keine Vorauszahlungen geleistet und keine Wallet-Zugangsdaten herausgegeben werden.
Häufige Fragen
- Wer warnt vor KayeVentures?
- Die belgische Finanzaufsicht FSMA nahm KayeVentures (kayeventures.com) am 30. September 2026 in ihre Warnliste auf. Die spanische CNMV dokumentiert die Warnung ebenfalls.
- Was sollte ich bei verweigerter Auszahlung tun?
- Den Betrag schriftlich mit Fristsetzung anfordern, keine zusätzlichen Gebühren zahlen und alle Ablehnungen sowie Kommunikation sichern.
- Welche Ansprüche kommen in Betracht?
- Bei nachgewiesenem Betrug Schadensersatz nach § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB und § 826 BGB sowie Rückforderung nach § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB.
- Haftet meine Bank für die Überweisung?
- Nicht automatisch. Eine betrügerisch veranlasste, aber autorisierte Überweisung begründet für sich keine Bankhaftung.
- Sind Rückholunternehmen vertrauenswürdig?
- Vorsicht: Angebote gegen Vorauszahlung sind typisch für Recovery Scams. Es sollten keine Zahlungen oder Wallet-Zugangsdaten herausgegeben werden.
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