KRH Capitals (krhcapitals.com): Inkasso und Mahnbescheid

Veröffentlicht am 13.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Eine private Zahlungsaufforderung ist kein gerichtlicher Vollstreckungstitel
  • Gegen Mahnbescheid (§ 694 ZPO) und Vollstreckungsbescheid gilt jeweils eine Zweiwochenfrist
  • Forderungsgrund, Forderungsinhaber und Registrierung des Inkassounternehmens prüfen
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Wer nach Verlusten bei KRH Capitals (krhcapitals.com) Mahnungen, Inkassoschreiben oder Drohungen mit Zwangsvollstreckung erhält, sollte weder vorschnell zahlen noch alle Schreiben ignorieren. Eine private Zahlungsaufforderung ist kein gerichtlicher Vollstreckungstitel. Aus einem echten gerichtlichen Mahnverfahren können jedoch erhebliche Nachteile entstehen, wenn Fristen verstreichen.

Ist eine Zahlungsforderung von KRH Capitals (krhcapitals.com) automatisch berechtigt?

Nein. Nach einem gescheiterten Investment können Forderungen auftauchen, etwa angebliche Vertragsstrafen, Kontoschließungskosten, Verwaltungsentgelte oder Vorwürfe einer Vertragsverletzung. Ob solche Beträge geschuldet sind, hängt von einer wirksamen Anspruchsgrundlage ab. Bei Klauseln, etwa zu einer Mindesthandelsdauer, ist zu prüfen, ob sie Vertragsbestandteil wurden und einer Inhaltskontrolle nach §§ 305 ff. BGB standhalten. Betroffene können eine nachvollziehbare Forderungsaufstellung und die zugrunde liegenden Vertragsunterlagen verlangen.

Wie lässt sich ein Inkassounternehmen überprüfen?

Inkassodienstleister unterliegen grundsätzlich der Registrierungspflicht nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG. Ob ein Unternehmen registriert ist, zeigt das öffentliche Rechtsdienstleistungsregister. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Forderungsgrund und Identität des Absenders zu prüfen. Die Registrierung beweist aber nicht, dass die Forderung berechtigt ist. Meldet sich eine unbekannte Gesellschaft und beruft sich auf eine Abtretung nach § 398 BGB, sollte ein Nachweis der Forderungsinhaberschaft verlangt werden.

Der Quelltext nennt als veröffentlichten Beispielfall die Delta Inkasso GmbH. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg reichte 2026 Unterlassungsklage ein, weil in einem Schreiben nach ihrer Darstellung eine angeblich titulierte Forderung geltend gemacht wurde, obwohl das genannte Urteil nicht gegen den Angeschriebenen ergangen war. Über den Ausgang ist nichts bekannt. Ein behaupteter Vollstreckungstitel sollte daher genau bezeichnet werden lassen.

Was gilt bei einem gerichtlichen Mahnbescheid?

Ein echter Mahnbescheid enthält nach § 692 Abs. 1 Nr. 3 ZPO die Aufforderung, innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung zu zahlen oder zu widersprechen. Das Gericht prüft im Mahnverfahren zunächst nicht, ob der Anspruch besteht. Widerspruch ist nach § 694 ZPO beim zuständigen Mahngericht möglich. Wird das Verfahren streitig fortgesetzt, muss der Anspruch inhaltlich begründet werden. Zustellungsdatum und Umschlag sollten aufbewahrt werden.

Warum ist ein Vollstreckungsbescheid riskanter als eine Mahnung?

Bleibt der Widerspruch aus, kann nach § 699 ZPO ein Vollstreckungsbescheid ergehen, der Grundlage einer Zwangsvollstreckung sein kann. Dagegen kommt grundsätzlich ein Einspruch in Betracht; die reguläre Frist beträgt nach §§ 700 Abs. 1, 339 Abs. 1 ZPO zwei Wochen. Gerichtliche Post sollte daher stets sofort gesondert geprüft werden, unabhängig davon, wie unseriös der angebliche Gläubiger wirkt.

FAQ

Siehe die FAQ unten.

Häufige Fragen

Muss ich eine Inkassoforderung im Zusammenhang mit KRH Capitals sofort bezahlen?
Nein. Entscheidend ist, ob eine wirksame Anspruchsgrundlage besteht. Eine nachvollziehbare Forderungsaufstellung und die Vertragsunterlagen können angefordert werden.
Wie prüfe ich, ob ein Inkassounternehmen registriert ist?
Über das öffentliche Rechtsdienstleistungsregister. Die Registrierung nach § 10 RDG belegt aber nicht, dass die Forderung berechtigt ist.
Wie lange habe ich Zeit, einem Mahnbescheid zu widersprechen?
Nach § 692 Abs. 1 Nr. 3 ZPO ist innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung zu zahlen oder zu widersprechen. Der Widerspruch erfolgt nach § 694 ZPO beim Mahngericht.
Was gilt bei einem Vollstreckungsbescheid?
Er kann nach § 699 ZPO ergehen, wenn kein Widerspruch erfolgt. Einspruch ist grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen möglich (§§ 700 Abs. 1, 339 Abs. 1 ZPO).

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