M & A Estate AG (maestate-ag.com): Stablecoin-Bonus & MiCA

Veröffentlicht am 09.10.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • MiCA verbietet Zinsen auf E-Geld-Token (Art. 50) und vermögenswertreferenzierte Token (Art. 40)
  • Auch Halteprämien, Boni und Rabatte können als Zinsen gelten, wenn sie an die Haltedauer geknüpft sind
  • Art. 66 MiCA: Gebühren und Kosten müssen transparent und nicht irreführend dargestellt werden
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei der M & A Estate AG (maestate-ag.com) werden Anleger nach dem Quelltext mit Bonus-, Rewards- oder Halteprämien auf Stablecoins angesprochen. Rechtlich ist das relevant, weil die MiCA-Verordnung für E-Geld-Token (Art. 50) und vermögenswertreferenzierte Token (Art. 40) ein ausdrückliches Zinsverbot enthält. Ob ein solches Angebot zulässig ist, hängt von der Token-Kategorie und der Ausgestaltung der Vergütung ab, nicht von deren Bezeichnung.

Welche Stablecoin-Arten unterscheidet MiCA?

MiCA unterscheidet insbesondere E-Geld-Token und vermögenswertreferenzierte Token. Ein E-Geld-Token bezieht sich auf den Wert einer einzigen amtlichen Währung. Vermögenswertreferenzierte Token koppeln ihre Wertstabilität an andere Werte, Rechte oder Kombinationen verschiedener Referenzgrößen. Namen wie „Digital Dollar“ oder „Stable Asset“ sagen über die rechtliche Einordnung nichts aus.

Was verbietet MiCA bei Zinsen auf Stablecoins?

Nach Art. 50 MiCA dürfen Emittenten von E-Geld-Token und Kryptodienstleister keine Zinsen gewähren. Art. 40 MiCA enthält ein ähnliches Verbot für vermögenswertreferenzierte Token. Als Zinsen können auch andere Vergütungen, Vorteile oder Rabatte gelten, die mit der Haltedauer des Tokens zusammenhängen. Bezeichnungen wie „Holding Reward“, „Loyalty Bonus“, „Passive Income“ oder „VIP Return“ können daher näher zu prüfen sein. Entscheidend ist die wirtschaftliche Funktion.

Wie wirken sich Bonusmodelle und Rabatte aus?

Der Artikel nennt als Beispiele einen Bonus von 7 Prozent nach 180 Tagen Haltedauer oder den Wegfall von Handelsgebühren nach zwölf Monaten Haltedauer. Solche Konstruktionen verdienen Prüfung, wenn der Vorteil wirtschaftlich allein für das Halten eines Tokens gewährt wird. Nicht jeder Rabatt ist automatisch unzulässig; es kommt auf die genaue Ausgestaltung an.

Welche Transparenzpflichten gelten für Kryptodienstleister?

Art. 66 MiCA verlangt, Grundsätze zu Preisen, Kosten und Gebühren an hervorgehobener Stelle auf der Webseite zugänglich zu machen. Informationen müssen fair, eindeutig und nicht irreführend sein. Wirbt eine Plattform etwa mit 6 Prozent Bonus, erhebt aber zusätzlich 2 Prozent beim Kauf, 2 Prozent beim Verkauf und 3 Prozent bei der Auszahlung, kann die Werbeaussage ein falsches Bild der tatsächlichen Kosten vermitteln. Bei Beratungsleistungen verlangt Art. 81 MiCA Informationen über alle Kosten und Nebenkosten, einschließlich Zahlungen Dritter. Bei der Portfolioverwaltung ist die Annahme bestimmter Provisionen oder Vorteile von Emittenten oder Dritten grundsätzlich untersagt.

Warum sind Stablecoin und feste Rendite getrennt zu betrachten?

Ein Token kann wertstabil konzipiert sein, während das damit verbundene Bonus- oder Anlageprogramm andere wirtschaftliche und regulatorische Risiken hat. Stabiler Token, feste Rendite und jederzeitige Verfügbarkeit sind drei getrennte Versprechen, die einzeln zu prüfen sind. Problematisch ist es insbesondere, wenn Bonus und ursprüngliches Guthaben nur noch im Dashboard erscheinen, aber nicht ausgezahlt werden.

Was sollten Betroffene sichern?

Wichtig ist der genaue Wortlaut des Bonusversprechens: Wurden „garantierte Zinsen“ oder eine Mindesthaltedauer genannt? Gesichert werden sollten Werbeanzeigen, E-Mails, Screenshots, Chatnachrichten, Vertragsbedingungen und Renditetabellen. Entscheidend ist, wofür eine Zahlung oder Gutschrift versprochen wurde.

FAQ

Sind Zinsen auf Stablecoins nach MiCA erlaubt? Für E-Geld-Token (Art. 50) und vermögenswertreferenzierte Token (Art. 40) besteht ein Zinsverbot für Emittenten und Kryptodienstleister.

Gilt das Verbot auch bei anderen Bezeichnungen? Ja, auch Vergütungen, Vorteile oder Rabatte, die an die Haltedauer geknüpft sind, können als Zinsen gelten.

Was regelt Art. 66 MiCA? Kryptodienstleister müssen Preise, Kosten und Gebühren öffentlich darstellen und Kunden nicht irreführend informieren.

Häufige Fragen

Sind Zinsen auf Stablecoins nach MiCA erlaubt?
Für E-Geld-Token (Art. 50 MiCA) und vermögenswertreferenzierte Token (Art. 40 MiCA) dürfen Emittenten und Kryptodienstleister keine Zinsen gewähren.
Gilt das Zinsverbot auch bei Begriffen wie Bonus oder Reward?
Ja. Auch andere Vergütungen, Vorteile oder Rabatte können als Zinsen gelten, wenn sie mit der Haltedauer des Tokens zusammenhängen.
Was verlangt Art. 66 MiCA von Kryptodienstleistern?
Sie müssen ihre Grundsätze zu Preisen, Kosten und Gebühren öffentlich zugänglich machen und Kunden fair, eindeutig und nicht irreführend informieren.
Welche Unterlagen sollten Anleger sichern?
Werbeanzeigen, E-Mails, Screenshots, Chatnachrichten, Vertragsbedingungen und Tabellen mit den versprochenen Renditen.

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