MT5 Invest (mt5-invest.com): Steuerforderung vor Auszahlung

Veröffentlicht am 30.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Auszahlung bei MT5 Invest soll von angeblicher Steuer abhängen – bekanntes Muster beim Cybertrading
  • Offizielle Stempel und Aktenzeichen beweisen keine Behördenforderung; die BaFin warnte vor Fälschungen
  • Angezeigte Gewinne können gefälscht sein; weitere Zahlungen vorher kritisch prüfen
  • Bei MT5 Invest könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Verlangt MT5 Invest (mt5-invest.com) vor einer Auszahlung eine angebliche Steuer oder Gebühr, entspricht das einem bekannten Muster des Cybertradings. Die Polizei warnt ausdrücklich vor erfundenen Steuern und Gebühren, mit denen weitere Zahlungen erzwungen werden sollen. Anleger sollten solche Forderungen nicht ungeprüft begleichen.

Ist die Steuerforderung von MT5 Invest (mt5-invest.com) plausibel?

Steuern auf Kapitalerträge sind ein reales Thema. Daraus folgt aber nicht, dass jede Zahlungsaufforderung eines vermeintlichen Brokers berechtigt ist. Zu klären ist: Welche Steuer soll entstanden sein? Wer erhebt sie? Wie wurde der Betrag berechnet? An wen soll gezahlt werden? Besondere Aufmerksamkeit verdient es, wenn der Betrag auf ein separates Konto oder an eine Krypto-Wallet überwiesen werden soll.

Wie sieht das typische Muster aus?

Das Konto zeigt hohe Gewinne, die Auszahlung scheint vorbereitet, doch vorab sollen „Kapitalertragsteuer“, „Trading Tax“ oder andere Abgaben gezahlt werden. Im Beispielfall des Artikels hat ein Anleger 65.000 Euro eingezahlt, sein Konto zeigt 210.000 Euro, und er soll vor der Auszahlung 15 Prozent (31.500 Euro) zahlen. Das erzeugt erheblichen Druck.

Beweist ein offizielles Schreiben die Forderung?

Nein. Steuernummer, Aktenzeichen oder Stempel belegen nicht, dass eine Forderung von einer Behörde stammt. Die BaFin hat bereits vor gefälschten Zahlungsaufforderungen gewarnt, etwa vor einem gefälschten „Sicherheitsvertrag“ der BaFin, mit dem Betroffene zu Überweisungen bewegt werden sollten. Auch angebliche ausländische Quellensteuern sollten hinterfragt werden: Welcher Steuertatbestand liegt vor, welche Behörde ist zuständig, und warum läuft die Zahlung über den vermeintlichen Broker?

Existiert der angezeigte Gewinn überhaupt?

Nach Hinweis der Verbraucherzentrale können bei betrügerischen Online-Trading-Plattformen Kurse und Gewinne vollständig gefälscht sein. Wurden nie echte Wertpapiere oder Kryptowährungen gekauft, beweist eine hohe Zahl auf dem Bildschirm keinen realen Gewinn.

Folgt nach der Steuerzahlung die nächste Forderung?

Das kann passieren. Nach der angeblichen Steuer können eine Transfergebühr, ein Compliance-Nachweis oder eine Sicherheitsleistung verlangt werden. Jede weitere Forderung sollte isoliert geprüft werden. Die Polizei Sachsen beschreibt, dass Probleme bei Cybertrading häufig erst bei der Auszahlung entstehen und dann unter anderem angebliche Versicherungen oder Steuern verlangt werden. In Sachsen stieg die Zahl der erfassten Anlagebetrugsfälle 2025 gegenüber dem Vorjahr um 269,9 Prozent.

Welche Unterlagen sollten gesichert werden?

  • Steuerbescheide, Rechnungen und Berechnungen
  • Angaben zu Absender und genanntem Zahlungsempfänger
  • Angekündigte Folgen bei Nichtzahlung
  • Nachrichten wie „Ihre Auszahlung ist bereits freigegeben“
  • Eine Chronologie: Wann wurde die Auszahlung verlangt, wann tauchte die Steuer erstmals auf, änderte sich der Betrag?

Häufige Fragen

Muss ich vor einer Auszahlung bei MT5 Invest (mt5-invest.com) Steuern an den Broker zahlen?
Der Artikel rät zur kritischen Prüfung: Es muss nachvollziehbar sein, welche Steuer entstanden ist, wer sie erhebt und warum gerade der genannte Empfänger sie entgegennehmen darf.
Woran erkenne ich eine erfundene Steuerforderung?
Typisch sind Zahlungen vor der Auszahlung, Überweisung an Konten oder Krypto-Wallets, unklare Berechnungsgrundlagen und Druck durch scheinbar offizielle Dokumente.
Kann nach der Steuerzahlung noch eine weitere Forderung kommen?
Ja. Möglich sind etwa Transfergebühren, Compliance-Nachweise oder Sicherheitsleistungen. Jede Forderung sollte einzeln geprüft werden.
Welche Unterlagen sollte ich sichern?
Steuerbescheide, Rechnungen, Berechnungen, Zahlungsempfänger, Chat- und E-Mail-Nachrichten sowie eine Chronologie der Forderungen.

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