Pension Invest: Rechtliche Prüfung der Zahlungswege

Veröffentlicht am 11.09.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Autorisierte und nicht autorisierte Zahlungen sind rechtlich unterschiedlich zu behandeln
  • § 675u BGB kann bei nicht autorisierten Überweisungen Erstattungsansprüche gegen Banken begründen
  • BaFin-Meldung ersetzt keine zivilrechtliche Anspruchsprüfung gegen Beteiligte
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei Zahlungen im Zusammenhang mit der Plattform Pension Invest (Domain: pensioninvest.org, E-Mail: support@pensioninvest.org) lohnt sich neben der Betrachtung des Anbieters auch eine genaue Prüfung der beteiligten Banken und Zahlungsdienstleister. Denn ob eine Zahlung autorisiert oder nicht autorisiert erfolgte, hat erhebliche rechtliche Konsequenzen.

Was ist bei Pension Invest (pensioninvest.org) rechtlich zu prüfen?

Nicht jede Überweisung ist rechtlich gleich zu behandeln. Hat ein Anleger eine Zahlung selbst freigegeben, liegt eine andere Ausgangslage vor, als wenn Dritte ohne seine Zustimmung Zugriff auf das Onlinebanking erlangt und eine Transaktion veranlasst haben. Bei der Aufarbeitung von Fällen rund um Pension Invest sollte deshalb jede Zahlung einzeln erfasst und bewertet werden, statt nur einen Gesamtschaden zu notieren.

Welche Rolle spielt § 675u BGB?

Für nicht autorisierte Zahlungsvorgänge regelt § 675u BGB, dass der Zahlungsdienstleister grundsätzlich keinen Anspruch auf Erstattung seiner Aufwendungen hat und das Konto wieder in den Zustand versetzen muss, der ohne die Belastung bestanden hätte. Ob eine Zahlung tatsächlich „nicht autorisiert“ war, muss jedoch im Einzelfall genau geprüft werden – wer selbst aufgrund einer Täuschung überwiesen hat, befindet sich in einer anderen rechtlichen Situation.

Welche Bedeutung hat die eigene Bank?

Auch die beteiligte Bank kann zur Sachverhaltsaufklärung beitragen: Welche IBAN und welcher Empfängername wurden verwendet, gab es Warnmeldungen, wurden ungewöhnlich hohe Zahlungen ausgeführt? Seit Oktober 2025 ist zudem der IBAN-Namensabgleich bei Euro-Überweisungen relevant, bei dem geprüft wird, ob der angegebene Empfängername mit dem hinterlegten Kontoinhaber übereinstimmt.

Hilft eine Meldung bei der BaFin weiter?

Die BaFin kann Hinweisen auf unerlaubte Geschäfte oder Marktmanipulation nachgehen, unterstützt Geschädigte jedoch nicht bei der Durchsetzung individueller Schadensersatzansprüche. Dafür sind die Zivilgerichte zuständig. Eine Meldung an die Finanzaufsicht führt daher nicht automatisch zu einer Rückzahlung an Betroffene.

Gibt es außergerichtliche Alternativen?

Bei Streitigkeiten mit bestimmten Banken können Verbraucherschlichtungsstellen relevant sein, etwa der Ombudsmann der privaten Banken. Dieses Verfahren ist für Verbraucher grundsätzlich kostenlos, setzt aber voraus, dass das betreffende Institut daran teilnimmt. Auch bei öffentlichen Banken bestehen entsprechende Beschwerdestrukturen.

Warum lohnt sich ein Blick auf die gesamte Zahlungskette?

Bankunterlagen können mehr Informationen liefern als nur die Höhe einer Überweisung. Auffällig können etwa wechselnde Zahlungsempfänger in unterschiedlichen Ländern oder der zusätzliche Einsatz von Kryptodienstleistern sein. Eine solche Zahlungsarchitektur kann Hinweise darauf geben, wie ein vermeintliches Investment tatsächlich organisiert war. Dabei gilt: Nicht jede Beteiligung einer Bank oder eines Zahlungsdienstleisters begründet automatisch einen eigenen Anspruch – dies muss stets im Einzelfall geprüft werden.

Häufige Fragen

Was ist Pension Invest (pensioninvest.org)?
Es handelt sich um eine Trading-Plattform, zu der Anleger Zahlungen geleistet haben und bei der ein Betrugsverdacht im Raum steht. Der Artikel behandelt vor allem die rechtliche Prüfung der damit verbundenen Zahlungswege.
Was bedeutet eine nicht autorisierte Zahlung?
Eine Zahlung gilt als nicht autorisiert, wenn sie ohne Zustimmung des Kontoinhabers erfolgt ist, etwa weil Dritte Zugriff auf das Onlinebanking erlangt haben. Dies ist rechtlich anders zu bewerten als eine selbst freigegebene, aber durch Täuschung veranlasste Überweisung.
Kann ich mein Geld über die BaFin zurückbekommen?
Nein. Die BaFin kann aufsichtsrechtlichen Hinweisen nachgehen, unterstützt Geschädigte aber nicht bei der Durchsetzung individueller Schadensersatzansprüche. Dafür sind die Zivilgerichte zuständig.
Welche Rolle spielt die eigene Bank bei der Aufklärung?
Banken können Informationen zu IBAN, Empfängername, Warnmeldungen und dem Zeitpunkt der Überweisung liefern. Seit Oktober 2025 ist zudem der IBAN-Namensabgleich bei Euro-Überweisungen relevant.
Gibt es kostenlose außergerichtliche Verfahren?
Bei Streitigkeiten mit teilnehmenden privaten oder öffentlichen Banken können Verbraucherschlichtungsstellen wie der Ombudsmann der privaten Banken genutzt werden, sofern das jeweilige Institut am Verfahren teilnimmt.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

  • 1Sie schildern uns Ihren Fall
  • 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
  • 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
  • 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.

Weitere Übersichten

Alle Analysen zu Pension Invest