PRIMWEST (primwestsa.com): Identitätsdiebstahl und Rückforderung

Veröffentlicht am 27.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Bei primwestsa.com wird die Identität eines real existierenden Unternehmens missbraucht
  • Das echte Unternehmen ist nicht automatisch Beteiligter; entscheidend ist die Geldspur
  • Keine Gebühren für Auszahlung oder Rückholung zahlen, Beweise und Zahlungsempfänger sichern
  • Bei PRIMWEST könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Unter dem Namen PRIMWEST wird nach den vorliegenden Fallinformationen die Identität eines tatsächlich existierenden Unternehmens missbraucht. Betroffen sind die Domain primwestsa.com und die Subdomain mail.primwestsa.com. Wer darüber ein Investmentangebot erhalten oder Geld überwiesen hat, sollte weitere Zahlungen stoppen, die Kommunikation sichern und die tatsächlichen Zahlungsempfänger ermitteln.

Ist PRIMWEST (primwestsa.com) seriös?

Das echte Unternehmen ist von den Personen zu unterscheiden, die seinen Namen unbefugt verwenden. Der Identitätsmissbrauch bedeutet nicht, dass das betroffene Unternehmen selbst an einem Anlagebetrug beteiligt ist. Eine Geschäftshistorie des echten Unternehmens sagt nichts darüber aus, ob primwestsa.com von ihm betrieben wird. Auch positive Bewertungen des echten Unternehmens belegen die Echtheit dieser Domain nicht.

Die britische Finanzaufsicht FCA warnt regelmäßig vor sogenannten Clone Firms, die Namen und Registrierungsdaten echter Finanzunternehmen nutzen. Eine Registersuche kann deshalb einen echten Eintrag zeigen und falsche Sicherheit erzeugen. Die behauptete Zugehörigkeit sollte über unabhängig ermittelte Kontaktdaten geprüft werden, nicht über Nummern aus verdächtigen Nachrichten.

Was tun, wenn bereits Geld an PRIMWEST gezahlt wurde?

  1. Weitere Zahlungen einstellen, auch angebliche Auszahlungsgebühren.
  2. Bei der Bank einen Überweisungsrückruf und Zahlungsreklamationen prüfen lassen.
  3. Zahlungsempfänger erfassen: Kontoinhaber, IBANs, Kreditkartenbuchungen, Wallet-Adressen.
  4. Kommunikation sichern: E-Mails mit Kopfzeilen sowie WhatsApp- und Telegram-Verläufe.
  5. Verträge, Werbeaussagen, Kontostände und Auszahlungsanträge speichern.
  6. Passwörter ändern, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, Fernwartungssoftware wie AnyDesk oder TeamViewer überprüfen.
  7. Strafanzeige und zivilrechtliche Ansprüche prüfen lassen.

Wie geht man bei einer verweigerten Auszahlung vor?

Wer eine Auszahlung verlangt, sollte keine angeblichen Steuern, Freigabekosten oder Sicherheitsleistungen ungeprüft überweisen. Bei dokumentierten Investmentbetrugsfällen werden zusätzliche Zahlungen mitunter als Voraussetzung für die Auszahlung dargestellt. Jeder Auszahlungswunsch sollte schriftlich mit Betrag und Datum festgehalten werden. Bei Ablehnung ist eine konkrete Begründung zu verlangen und jede Antwort zu sichern. Eine Verbindung von PRIMWEST zu Fällen wie OneCoin, 24Option oder Wirecard ist nicht belegt.

Welche Ansprüche kommen in Betracht?

Ein strafbarer Betrug nach § 263 Abs. 1 StGB setzt vorsätzliche Täuschung, Irrtum, Vermögensverfügung und Vermögensschaden voraus. Die unbefugte Verwendung einer fremden Unternehmensidentität kann eine relevante Täuschungshandlung sein. Zivilrechtlich kommen bei entsprechenden Nachweisen § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB, § 826 BGB und § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB in Betracht. Das echte Unternehmen haftet nicht automatisch für Handlungen unbefugter Dritter. Die regelmäßige Verjährung beträgt nach § 195 BGB drei Jahre, der Beginn richtet sich nach § 199 Abs. 1 BGB.

Wie lässt sich Geld über Banken und Kryptowährungen verfolgen?

Bei Überweisungen sollte sofort ein Rückruf versucht werden. Für selbst autorisierte Zahlungen besteht grundsätzlich kein automatischer Erstattungsanspruch gegen die eigene Bank. Bei Kreditkartenzahlungen können Chargeback-Verfahren infrage kommen. Bei Kryptowährungen sind Wallet-Adressen, Transaktions-Hashes und Netzwerk zu sichern. Eine Blockchain-Analyse garantiert keine Rückerlangung.

Warnung vor einem zweiten Betrugsversuch

Nach einem Anlagebetrug melden sich teils angebliche Ermittler oder Rückholunternehmen. Vorauszahlungen für eine Rückholung sollten nicht geleistet, Wallet-Schlüssel und Bankzugänge nicht weitergegeben werden. Auch Nachrichten, die angeblich vom echten PRIMWEST-Unternehmen stammen, müssen unabhängig geprüft werden.

Häufige Fragen

Ist das echte Unternehmen PRIMWEST am Betrug beteiligt?
Nein, der festgestellte Identitätsmissbrauch bedeutet nicht, dass das echte Unternehmen beteiligt ist. Es ist von den unbefugt handelnden Personen zu unterscheiden.
Welche Domains sind betroffen?
Betroffen sind primwestsa.com und die Subdomain mail.primwestsa.com.
Soll ich Gebühren für eine Auszahlung zahlen?
Nein, angebliche Steuern, Freigabekosten oder Sicherheitsleistungen sollten nicht ungeprüft überwiesen werden. Solche Forderungen sind kritisch zu prüfen.
Welche Rechtsgrundlagen kommen für Ansprüche in Betracht?
§ 263 StGB für Betrug, zivilrechtlich § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB, § 826 BGB und § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB.
Wie lange habe ich Zeit für Ansprüche?
Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt nach § 195 BGB drei Jahre, der Beginn richtet sich nach § 199 Abs. 1 BGB. Zahlungsreklamationen können kürzeren Fristen unterliegen.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

  • 1Sie schildern uns Ihren Fall
  • 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
  • 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
  • 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.

Weitere Übersichten