Renvaki: Orderausführung und MiCA-Pflichten im Überblick

Veröffentlicht am 09.10.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • MiCA verbietet Vorteile für die bevorzugte Weiterleitung von Kundenorders (Art. 80)
  • Ausführung außerhalb regulierter Plattformen erfordert Information und ausdrückliche Zustimmung
  • Orderbestätigungen, Ausführungsberichte und Execution Policy sollten gesichert werden
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei Renvaki (renvaki.com, renvaki.net, renvaki.org) stellt sich für Anleger die Frage, wo und durch wen eine Krypto-Order tatsächlich ausgeführt wurde. Die EU-Verordnung MiCA enthält Vorgaben zu Orderweiterleitung, bestmöglicher Ausführung und Interessenkonflikten. Ob Renvaki diese Vorgaben einhält, lässt sich anhand von Abrechnungen, Ausführungsberichten und Vertragsunterlagen prüfen.

Wer führt meine Order bei Renvaki aus?

Ein Kryptodienstleister kann einen Auftrag entgegennehmen und an eine andere Handelsplattform oder einen weiteren Dienstleister weiterleiten. Artikel 80 MiCA verlangt, dass dies ordnungsgemäß und unverzüglich geschieht. Der Anbieter darf keine Vergütung, keinen Rabatt und keinen sonstigen Vorteil dafür erhalten, dass er Orders bevorzugt an einen bestimmten Handelsplatz weiterleitet. Zu klären ist daher, welche Gesellschaft den Trade letztlich durchgeführt hat.

Was bedeutet bestmögliche Ausführung?

Der Kryptodienstleister soll für den Kunden das bestmögliche Ergebnis erzielen. Berücksichtigt werden Preis, Kosten, Geschwindigkeit, Ausführungs- und Abwicklungswahrscheinlichkeit, Ordergröße und weitere Faktoren. Diese Kriterien müssen in einer Execution Policy festgelegt sein. Wird ein Trade regelmäßig schlechter ausgeführt als auf anderen verfügbaren Handelsplätzen, sollte hinterfragt werden, warum dieser Ausführungsweg gewählt wurde.

Ist eine Ausführung außerhalb regulierter Plattformen zulässig?

Nach einer ESMA-Klarstellung vom Dezember 2025 können Kundenorders unter bestimmten Voraussetzungen auch außerhalb einer nach MiCA zugelassenen Handelsplattform ausgeführt werden, etwa über OTC-Strukturen, Drittstaatenplattformen oder dezentrale Börsen. Der Anbieter muss den Kunden jedoch informieren und vorher dessen ausdrückliche Zustimmung einholen. Fehlt beides, kann das regulatorisch relevant sein.

Kann Renvaki selbst Gegenpartei sein?

MiCA unterscheidet zwischen einer Handelsplattform und einem Anbieter, der Kryptowerte aus eigenem Kapital mit dem Kunden tauscht. Laut ESMA kann auch ein Anbieter als Gegenpartei je nach Geschäftsmodell den Anforderungen an die bestmögliche Ausführung unterliegen. Betreiber einer Handelsplattform dürfen auf ihrer Plattform grundsätzlich nicht auf eigene Rechnung handeln. Matched Principal Trading ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, insbesondere mit Zustimmung des Kunden und ohne problematischen Interessenkonflikt.

Welche Offenlegungspflichten bestehen?

Kryptodienstleister brauchen Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten. Art und Quellen solcher Konflikte sowie die Gegenmaßnahmen sind an prominenter Stelle auf der Webseite offenzulegen. Zu prüfen ist, ob eine Conflict-of-Interest-Policy existiert, verbundene Unternehmen genannt werden und erkennbar ist, ob Orders an Schwestergesellschaften gehen. Bei der Platzierung von Kryptowerten verlangt Artikel 79 MiCA Angaben zu Art der Platzierung, Gebühren, Ablauf, Preis und Zielgruppe sowie die Berücksichtigung besonderer Interessenkonflikte. Informationen über noch offene Kundenorders dürfen nicht missbraucht werden.

Was sollten Betroffene sichern?

Hilfreich sind vollständige Orderbestätigungen, Ausführungsberichte, Geschäftsbedingungen, die Execution Policy und Angaben zu genutzten Handelsplätzen, Drittanbietern, verbundenen Unternehmen oder OTC-Ausführung. Ein Zahlenbeispiel aus dem Quelltext: Kaufauftrag 20.000 Euro, sichtbarer Kurs 1,85 Euro, Ausführungskurs 1,94 Euro, zusätzlich 380 Euro Gebühr. Solche Daten erlauben eine genauere Prüfung als die bloße Aussage, ein Trade sei schlecht gelaufen.

FAQ

Siehe strukturierte FAQ.

Häufige Fragen

Was regelt Artikel 80 MiCA bei Renvaki relevant?
Er regelt die Annahme und Weiterleitung von Kundenorders. Diese muss ordnungsgemäß und unverzüglich erfolgen, ohne Vergütung oder Vorteile für die Bevorzugung eines Handelsplatzes.
Was ist eine Execution Policy?
Sie legt fest, nach welchen Kriterien wie Preis, Kosten, Geschwindigkeit und Ordergröße das bestmögliche Ergebnis für den Kunden erzielt wird.
Darf eine Order außerhalb einer MiCA-Handelsplattform ausgeführt werden?
Unter bestimmten Voraussetzungen ja, etwa per OTC oder über Drittstaatenplattformen. Der Kunde muss informiert werden und vorher ausdrücklich zustimmen.
Welche Unterlagen sind bei Renvaki wichtig?
Orderbestätigungen, Ausführungsberichte, Geschäftsbedingungen, die Execution Policy sowie Hinweise auf Drittanbieter und verbundene Unternehmen.

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