Secured Crypto Assets (securedcryptoassets.com): BaFin-Warnung

Veröffentlicht am 17.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • BaFin warnt am 14.10.2026 vor securedcryptoassets.com wegen fehlender Erlaubnis
  • Stony-Brook-Studie dokumentiert auf der Seite wechselnde, angebliche Gewinnmeldungen
  • Keine weiteren Zahlungen leisten; Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes sichern
  • Bei Secured Crypto Assets könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Secured Crypto Assets (securedcryptoassets.com) wird von der BaFin in einer Warnung vom 14. Oktober 2026 genannt: Über die Domain sollen Finanz- bzw. Kryptowerte-Dienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten werden. Zudem taucht die Seite in einer wissenschaftlichen Studie der Stony Brook University zu Kryptowährungs-Anlagebetrug auf. Anleger sollten keine weiteren Zahlungen leisten und Transaktionen sichern.

Ist Secured Crypto Assets seriös?

Die BaFin nennt securedcryptoassets.com in einer Warnung zu insgesamt 23 Internetseiten. Nach ihren Erkenntnissen werden über diese Angebote Dienstleistungen ohne Erlaubnis angeboten, die Betreiber unterliegen nicht der Aufsicht der BaFin. Die Behörde weist außerdem auf nahezu identische Gestaltungen und ähnliche Werbeaussagen der Webseiten hin. Eine strafgerichtliche Feststellung zur Verantwortlichkeit einzelner Betreiber ist damit nicht verbunden.

Was dokumentierte die wissenschaftliche Studie?

Ein Forschungsteam der Stony Brook University veröffentlichte 2025 im Rahmen der Web Conference die Studie „The Poorest Man in Babylon: A Longitudinal Study of Cryptocurrency Investment Scams“. Mit dem System „Crimson“ wurden verdächtige Investmentseiten über längere Zeit beobachtet. Secured Crypto Assets wird dort als Beispiel genannt. Am 28. März 2024 dokumentierten die Forscher auf der Seite wechselnde Erfolgsmeldungen, etwa einen angeblichen Gewinn von 41.851 US-Dollar eines Anlegers aus Anaheim, der nach wenigen Sekunden durch andere Namen, Orte und Beträge ersetzt wurde. Solche Meldungen wirken als „Social Proof“ und sind kein Beleg für tatsächliche Gewinne.

Was bedeutet „Secured“ rechtlich?

Der Begriff ist kein rechtlicher Nachweis für geschütztes Anlegervermögen. Entscheidend ist, welche Vermögenswerte vorhanden sind, wer sie verwahrt und welche Ansprüche Anleger haben. Eine angezeigte Plattformguthaben-Summe ist zudem kein Blockchain-Nachweis; zu prüfen ist, ob tatsächlich Kryptowährungen gehalten wurden oder nur ein interner Kontostand angezeigt wurde.

Was tun bei Problemen mit Secured Crypto Assets?

  • Keine weiteren Kryptowährungen übertragen, insbesondere keine Freischaltungsgebühren oder Auszahlungssteuern.
  • Wallet-Adressen, Transaktions-Hashes, Zeitpunkte, Beträge und genutzte Kryptobörsen sichern.
  • Kundenkonto, Investmentpakete, Auszahlungsanträge sowie E-Mail-, WhatsApp- und Telegram-Verläufe archivieren.
  • Kryptobörse über verdächtige Transaktionen informieren.
  • Passwörter ändern, Fernwartungszugriffe prüfen, keine Seed-Phrasen oder privaten Schlüssel weitergeben.

Wie kann man Kryptowerte zurückverfolgen und welche Ansprüche kommen in Betracht?

Kryptotransaktionen lassen sich nicht wie Lastschriften zurückbuchen, bei öffentlichen Blockchains können aber weitere Bewegungen nachvollziehbar sein. Gelangen Gelder zu regulierten Dienstleistern, können unter Voraussetzungen Sicherungsmaßnahmen ansetzen; eine Haftung der Börse oder Rückzahlung ist nicht garantiert. Bei nachweislich falschen Angaben kann § 263 Abs. 1 StGB einschlägig sein. Zivilrechtlich kommen Ansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit einem Schutzgesetz sowie aus § 826 BGB in Betracht. Verjährungsfragen richten sich nach §§ 195, 199 BGB. Warnung und Studie sind Anhaltspunkte, ersetzen aber nicht den individuellen Nachweis von Schaden, Verantwortlichkeit und Kausalität.

Wie erkenne ich Recovery Scams?

Nach einem möglichen Anlagebetrug melden sich teils angebliche Ermittler oder Rückholfirmen, die verlorene Kryptowerte gefunden haben wollen, vor der Herausgabe aber weitere Zahlungen verlangen. Für angeblich garantierte Rückholungen sollten keine Gebühren gezahlt werden.

Häufige Fragen

Was hat die BaFin zu securedcryptoassets.com mitgeteilt?
Die BaFin nannte die Domain am 14. Oktober 2026 in einer Warnung zu 23 Internetseiten. Danach werden Finanz- bzw. Kryptowerte-Dienstleistungen ohne erforderliche Erlaubnis angeboten.
Was zeigte die Studie der Stony Brook University?
Die Forscher dokumentierten am 28. März 2024 auf der Seite wechselnde Gewinnmeldungen, etwa 41.851 US-Dollar eines angeblichen Anlegers aus Anaheim. Solche Meldungen erzeugen Social Proof.
Soll ich Gebühren für eine Auszahlung zahlen?
Nein, zusätzliche Zahlungen für Steuern, Versicherung oder Sicherheitsleistung sollten nicht ohne unabhängige Prüfung erfolgen. Besonders verdächtig ist die Forderung nach Zahlung an eine neue, unbekannte Wallet-Adresse.
Kann ich meine Kryptowerte zurückbekommen?
Eine Rückgewinnung ist nicht garantiert. Wichtig sind das frühzeitige Sichern der Transaktionsdaten und die Prüfung der tatsächlichen Empfänger über die Blockchain.

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