Strategic Advisers: BaFin-Warnung und Auszahlung

Veröffentlicht am 16.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • BaFin warnt seit 11.06.2026 vor strategic-advisers(.)org wegen mutmaßlich unerlaubter Angebote.
  • Die BaFin vermutet Identitätsdiebstahl bei der angegebenen Londoner Gesellschaft Strategic Advisors Limited.
  • Keine weiteren Zahlungen leisten, Belege sichern und Zahlungswege zeitnah prüfen lassen.
  • Bei Strategic Advisers könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Wer bei Strategic Advisers (strategic-advisers.org) Geld eingezahlt hat und sich fragt, ob es sich um Anlagebetrug handelt, sollte die Warnung der BaFin kennen. Auch Probleme bei der Auszahlung auf einer Trading-Plattform sind ein ernstes Warnsignal. Betroffene können über anwalt-anlagebetrug.de eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.

Ich ordne im Folgenden ein, was belegt ist, was bislang nur berichtet wird und welche Schritte aus anwaltlicher Sicht jetzt sinnvoll sind.

Strategic Advisers: Was die BaFin-Warnung aussagt

Die BaFin warnt seit dem 11. Juni 2026 vor der Website strategic-advisers(.)org. Dort werden nach Erkenntnissen der BaFin ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen sowie Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten.

Die BaFin stützt die Warnung auf § 37 Abs. 4 KWG und § 10 Abs. 7 KMAG. Das heißt: Nach ihrer Einschätzung fehlt die nötige Erlaubnis für Angebote in Deutschland. Die Warnung ist eine behördliche Einschätzung, kein Gerichtsurteil.

Ist Strategic Advisers seriös? Der Hinweis auf Identitätsdiebstahl

Nach den öffentlich verfügbaren Informationen sollten Anleger besondere Vorsicht walten lassen. Die Betreiber geben London als Sitz an und verlinken auf einen Eintrag des britischen Unternehmensregisters zur Strategic Advisors Limited. Beachten Sie die Schreibweise: Die Plattform schreibt „Advisers“, das Unternehmen „Advisors“.

Der BaFin liegen keine Informationen vor, dass diese Gesellschaft tatsächlich mit der Website oder deren Angeboten verbunden ist. Sie geht mutmaßlich von einem Identitätsdiebstahl aus. Das reale Unternehmen ist demnach nicht ohne Weiteres als Betreiber anzusehen. Auch namensähnliche Unternehmen in anderen Ländern sollten nicht mit der Plattform gleichgesetzt werden; eine Verbindung ist nicht belegt.

Strategic Advisers Erfahrungen und Auszahlung: Was Betroffene berichten

Auf Trustpilot finden sich mehrere negative, anonyme Berichte zu strategic-advisers.org. Ein Nutzer schildert, er habe 5.000 USD eingezahlt und könne nichts abheben; zusätzlich seien Gelder für angebliche Steuern verlangt worden. Das ist ein einzelner, nicht überprüfter Bericht und kein Nachweis.

Einige Bewertungen bewerben zudem Rückholdienste und sind deshalb mit Vorsicht zu behandeln. Zusätzlich berichtet eine Anwaltskanzlei über Warnungen der spanischen CNMV und der russischen Zentralbank. Diese Angaben konnte ich nur über eine Sekundärquelle nachvollziehen, die Originalwarnungen liegen mir nicht vor.

Wichtig: Verzögerte Auszahlungen und Forderungen nach Gebühren oder Steuern vor einer Auszahlung sind typische Merkmale von Anlagebetrugsfällen. Bei dieser Plattform sollten Anleger solche Forderungen sehr ernst nehmen.

So funktionieren viele Fälle von Online-Anlagebetrug

Die folgenden Muster sind allgemein bekannt und nicht automatisch auf diese Plattform übertragbar. Häufig beginnt es mit Werbung, einem Kontakt über Messenger oder einem angeblichen Berater. Kleine Erstzahlungen führen zu hohen angezeigten Gewinnen auf der Plattform.

Dann folgt der Druck zu größeren Einzahlungen. Wollen Anleger auszahlen lassen, werden neue Hürden aufgebaut: angebliche Steuern, Freischaltgebühren, Verifizierungen oder Sicherheitseinzahlungen. Das Geld fließt oft über Banküberweisungen, Kreditkarten oder Kryptowährungen an wechselnde Empfänger.

Was Sie jetzt sofort tun sollten

  1. Leisten Sie keine weiteren Zahlungen, auch nicht für Steuern, Gebühren oder Freischaltungen.
  2. Sichern Sie Screenshots von Konto, Kontostand, angeblichen Gewinnen und Auszahlungsanträgen.
  3. Exportieren Sie WhatsApp-, Telegram- und E-Mail-Verläufe samt Namen und Telefonnummern der Ansprechpartner.
  4. Sammeln Sie Zahlungsbelege: Überweisungen, Kreditkartenabrechnungen, Empfängerkonten, Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes.
  5. Entfernen Sie Fernwartungsprogramme wie AnyDesk oder TeamViewer und ändern Sie Passwörter.
  6. Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für E-Mail und Bankzugänge.
  7. Informieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister zeitnah über die Zahlungen.
  8. Senden Sie keine weiteren Ausweisdokumente oder persönlichen Daten.

Strategic Advisers Geld zurück: Welche Möglichkeiten geprüft werden können

Ob Geld zurückgeholt werden kann, hängt vom Einzelfall, Zahlungsweg und den verfügbaren Informationen ab. Erfolge kann ich nicht garantieren. Geprüft werden kann aber vieles.

Zahlungswege

Bei Banküberweisungen kommen eine Kontaktaufnahme mit der Bank und die Prüfung von Rückrufmöglichkeiten in Betracht. Bei Kreditkartenzahlungen kann ein Chargeback-Verfahren geprüft werden; Fristen sind dabei zu beachten. Bei Kryptowährungen lässt sich über Wallet-Adressen und Hashes nachvollziehen, an welche Plattformen Gelder weitergeleitet wurden.

Rechtliche Schritte

Je nach Lage kommen eine Strafanzeige, Ansprüche gegen Zahlungsdienstleister oder Empfängerbanken und Auskunftsersuchen in Betracht. Da die Betreiber nicht sicher identifiziert sind, ist die Sicherung der Zahlungsspuren besonders wichtig. Rasches Handeln kann sinnvoll sein, weil Fristen laufen und Spuren verloren gehen können.

Recovery Scam: Vorsicht vor Folgekontakten

Opfer von Anlagebetrug werden häufig erneut kontaktiert, etwa von angeblichen Ermittlern, Blockchain-Experten, Behörden, Anwälten oder Rückholfirmen. Sie behaupten, Ihr Geld gefunden zu haben, verlangen aber zuvor Gebühren oder Vorauszahlungen.

Ich rate dazu, unaufgeforderte Angebote dieser Art nicht anzunehmen und nichts vorab zu zahlen. Prüfen Sie Absender unabhängig, etwa über Berufsregister oder offizielle Behördenwebsites. Das gilt auch für Bewertungen, die Rückholdienste bewerben.

Rechtsanwalt Martin Wehrmann: kostenfreie Ersteinschätzung zu Strategic Advisers

Wenn Sie über Strategic Advisers oder strategic-advisers.org Geld eingezahlt haben und Probleme mit der Auszahlung bestehen, können Sie mir Ihren Fall über anwalt-anlagebetrug.de für eine kostenfreie Ersteinschätzung schildern.

Als Rechtsanwalt bei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht prüfe ich den Sachverhalt, die Zahlungswege und mögliche weitere rechtliche Schritte. Bitte halten Sie dafür Ihre Unterlagen bereit. Welche Schritte im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von den Umständen ab.

Häufige Fragen

Warnt die BaFin vor Strategic Advisers?
Ja. Die BaFin warnt seit dem 11. Juni 2026 vor strategic-advisers(.)org. Nach ihren Erkenntnissen werden dort ohne Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten.
Ist Strategic Advisers mit der Londoner Strategic Advisors Limited verbunden?
Die BaFin hat dafür keine Hinweise und vermutet mutmaßlich einen Identitätsdiebstahl. Die Betreiber verlinken auf den Eintrag dieser Gesellschaft im britischen Unternehmensregister.
Gibt es Berichte über Auszahlungsprobleme?
Auf Trustpilot berichten anonyme Nutzer über negative Erfahrungen, darunter einen Fall mit verweigerter Auszahlung und Forderungen nach Steuern. Diese Berichte sind nicht überprüft.
Was sollten Betroffene zuerst tun?
Keine weiteren Zahlungen leisten, Chatverläufe und Zahlungsbelege sichern, Zugänge absichern und die Bank informieren. Danach kann eine anwaltliche Prüfung der Zahlungswege sinnvoll sein.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

  • 1Sie schildern uns Ihren Fall
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