TradeDepot: Renditeversprechen und BaFin-Angabe prüfen
- TradeDepot bewirbt 5–15 % Mindestrendite pro Monat und eine nicht näher belegte Kapitalversicherung
- Impressum nennt BaFin-Regulierung; ein Erlaubnisnachweis ist nicht ersichtlich
- Widersprüche zwischen tradedepot.online, tradedepot.org, Werbung und Geschäftsbedingungen
- Bei TradeDepot könnte es sich um einen Betrug handeln.
- Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
- Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.
TradeDepot (tradedepot.online und tradedepot.org) wirbt mit monatlichen Mindestrenditen von 5 bis 15 Prozent und einer angeblichen Kapitalversicherung. Das Impressum bezeichnet das Angebot als von der BaFin reguliert, einen belastbaren Erlaubnisnachweis konnte der Quelltext aus den öffentlich geprüften Angaben nicht ableiten. Anleger sollten vor weiteren Zahlungen die tatsächlichen Verhältnisse klären.
Welche Renditeversprechen macht TradeDepot?
Auf tradedepot.online werden sechs Kontomodelle angeboten, die Mindestrenditen sind als Mindestwerte formuliert, nicht als unverbindliche Gewinnbeispiele:
- Standard: 10.000 Euro, mindestens 5 Prozent monatlich
- Bronze: 25.000 Euro, mindestens 7 Prozent monatlich
- Silver: 50.000 Euro, mindestens 9 Prozent monatlich
- Gold: 100.000 Euro, mindestens 11 Prozent monatlich
- VIP: 250.000 Euro, mindestens 13 Prozent monatlich
- SOLO: 500.000 Euro, mindestens 15 Prozent monatlich
Schon 5 Prozent monatlich entsprechen bei fortlaufender Wiederanlage rechnerisch rund 80 Prozent jährlich. Ab dem Modell Silver wird zudem eine Kapitalversicherung beworben, ohne dass ein Versicherer oder die Bedingungen genannt werden.
Ist TradeDepot seriös? Welche Unstimmigkeiten gibt es?
Das Impressum nennt eine Adresse in Köln (Neumarkt 18, 50667) und Marga Geus als Geschäftsführerin. Als „Firmenname“ steht jedoch tradedepot.org, also eine Internetadresse statt einer Rechtsform. Eine nachvollziehbare Handelsregisternummer ist nicht ersichtlich.
Die Geschäftsbedingungen beziehen sich auf tradedepot.org und regeln erstmals einen Dienst namens „Advance Trade“. Sie beschreiben das Angebot als Werkzeuge zur Verwaltung von Krypto- und Blockchainvermögen, wobei Handelsentscheidungen bei den Nutzern liegen sollen. Die Website bewirbt dagegen vollständig verwaltete Konten mit persönlichen Portfoliomanagern. Davon können regulatorische Pflichten und Haftungsfragen abhängen.
Was bedeutet die Angabe „von der BaFin reguliert“?
Die bloße Nennung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beweist keine Zulassung. Die Angabe sollte über die offizielle Unternehmensdatenbank der BaFin und den konkreten Erlaubnisumfang überprüft werden. Eine behördliche Betrugsfeststellung speziell zu beiden Domains liegt nach dem Quelltext nicht verlässlich bestätigt vor.
Eine öffentlich zugängliche Sicherheitsanalyse nennt für tradedepot.online den 20. Februar 2026 als Registrierungsdatum und weist auf technische Hinweise zu möglichem Phishing hin. Solche automatisierten Einschätzungen sind keine behördlichen Feststellungen.
Was tun bei Verdacht auf Trading-Betrug?
- Keine weiteren Einzahlungen, Steuern oder Freigabegebühren leisten
- Bank informieren und bei aktuellen Überweisungen einen Rückruf prüfen lassen
- Kontomodelle, Renditeversprechen, Vertragsbedingungen und beide Domains sichern
- Zahlungsbelege (Kontoinhaber, IBAN, Beträge, Verwendungszweck) und Kommunikation aufbewahren
- Passwörter ändern und mögliche Fernwartungsprogramme prüfen
Ein auf der Plattform angezeigtes Guthaben beweist nicht, dass entsprechende Vermögenswerte existieren. Vorsicht gilt auch bei sogenannten Recovery Scams, die gegen Vorauszahlung eine Rückholung versprechen.
Wie bekomme ich mein Geld zurück?
Der Zahlungsweg ist oft entscheidend. Autorisierte Überweisungen werden nicht automatisch erstattet, ein schneller Rückruf kann aber sinnvoll sein. Bei Kreditkartenzahlungen kann innerhalb der Fristen ein Chargeback geprüft werden. Bei Bitcoin oder USDT sollten Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes gesichert werden, eine Blockchainanalyse führt jedoch nicht automatisch zu einer Rückzahlung.
Rechtlich kommen bei nachweislich bewusst falschen Angaben in Betracht: § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB, § 826 BGB, eine Anfechtung nach § 123 Abs. 1 BGB sowie Rückforderung nach § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB. Eine Strafanzeige ist nach § 158 Abs. 1 StPO möglich. Eine erfolgreiche Rückforderung kann nicht garantiert werden.
Häufige Fragen
- Ist TradeDepot von der BaFin reguliert?
- Das Impressum behauptet dies. Einen belastbaren Erlaubnisnachweis konnte der Quelltext nicht ableiten; die Angabe sollte in der BaFin-Unternehmensdatenbank geprüft werden.
- Sind die Mindestrenditen von TradeDepot realistisch?
- Die Seite nennt 5 bis 15 Prozent Mindestrendite pro Monat. Schon 5 Prozent monatlich entsprechen bei Wiederanlage rechnerisch rund 80 Prozent jährlich, was Fragen aufwirft.
- Was ist der Unterschied zwischen tradedepot.online und tradedepot.org?
- tradedepot.online ist der öffentliche Auftritt, Impressum, Fußzeile und Geschäftsbedingungen nennen tradedepot.org. Welche juristische Person verantwortlich ist, ist unklar.
- Welche Ansprüche kommen in Betracht?
- Bei nachweislicher vorsätzlicher Täuschung etwa Schadensersatz nach § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB, § 826 BGB, Anfechtung nach § 123 BGB und Rückforderung nach § 812 BGB.
- Soll ich bei Gebührenforderungen für die Auszahlung zahlen?
- Nein, nachträgliche Forderungen nach Steuern, Sicherheitszahlungen oder Freischaltgebühren sollten nicht ungeprüft bezahlt werden.
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