TradiFi (tradifipro.net): Warnliste und Auszahlungsbedingungen
- tradifipro.net steht seit 1. Oktober 2026 auf der Warnliste der Cybercrime Police Zürich
- „Liquidity Advance Terms“ enthalten Auszahlungsbeschränkungen; Einbeziehung in den Vertrag prüfen
- Keine weiteren Zahlungen leisten, Belege sichern, Schweizer Firmenangaben im Handelsregister prüfen
- Bei TradiFi könnte es sich um einen Betrug handeln.
- Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
- Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.
TradiFi (tradifipro.net) wird von der Cybercrime Police Zürich auf ihrer Warnliste verdächtiger Onlineplattformen geführt. Die Plattform wirbt mit moderner Handelstechnik, enthält in ihrem Rechtsbereich aber „Liquidity Advance Terms“ mit Auszahlungsbeschränkungen. Anleger sollten jede Zahlungsforderung mit den ursprünglich vereinbarten Vertragsbedingungen vergleichen.
Ist TradiFi (tradifipro.net) seriös?
Eine abschließende Bewertung enthält der Artikel nicht. Auffällig ist der Eintrag auf der Warnliste der Cybercrime Police Zürich. Die Website verspricht über 100 technische Indikatoren, Orderausführung im Submillisekundenbereich, künstliche Intelligenz und institutionelle Verwahrungslösungen. Ob diese Leistungen tatsächlich erbracht werden, ist nicht nachgewiesen. Anleger sollten Orderbestätigungen und Nachweise über ausgeführte Geschäfte anfordern.
Was steht in den „Liquidity Advance Terms“?
Unter „Legal & Compliance“ findet sich ein Dokument, angeblich zuletzt im Februar 2026 aktualisiert. Es verweist auf Liquiditätsvorschüsse, Auszahlungsbeschränkungen und Abwicklungsverpflichtungen. Solche Klauseln sind nicht automatisch unwirksam oder betrügerisch. Entscheidend ist, ob sie Vertragsbestandteil wurden und eine konkrete Auszahlungssperre rechtfertigen. Betroffene sollten die bei Kontoeröffnung gültige Fassung sichern und mit später übersandten Bedingungen vergleichen.
Welche Gesellschaft steht hinter tradifipro.net?
Genannt wird die TRADIFICOM INTERNATIONAL SA mit der Registernummer CHE-109.102.653 und einer Anschrift in der Schweiz (Rue Philippe-François-de-Langallerie 11). Diese Angaben sollten im Schweizer Handelsregister geprüft werden, auch die Verbindung zur Domain. Eine Handelsregisternummer ersetzt keine gegebenenfalls erforderliche finanzaufsichtsrechtliche Bewilligung.
Die Seite zeigt zudem Medienlogos und Auszeichnungen wie „Deloitte Technology Fast 500“ und „Stevie Awards Winner“. Sie sollten anhand der offiziellen Preisträgerverzeichnisse überprüft werden. Auffällig ist ferner die Werbung mit US-Altersvorsorgekonten („IRAs“), ACH-Überweisungen und dem Anbieter iTrustCapital. Für Anleger aus Deutschland ist unklar, welche Leistung angeboten wird und wer Vertragspartner ist.
Was tun bei Problemen mit TradiFi?
- Weitere Einzahlungen stoppen, besonders angebliche Freischaltungs- oder Liquiditätsgebühren.
- Auszahlungsanträge samt Zeitstempeln und Ablehnungsgründen sichern.
- Vertragsversionen speichern.
- Bank oder Kartenanbieter kontaktieren und Rückruf- oder Reklamationsverfahren prüfen.
- Wallet-Adressen und Transaktions-Hashes erfassen.
- Gesamte Kommunikation exportieren.
- Zugänge absichern, Passwörter ändern, Fernwartungszugriffe entfernen.
Keine weiteren Identitätsdokumente an ungeprüfte Ansprechpartner senden.
Wann sind zusätzliche Forderungen bei der Auszahlung unzulässig?
Nicht jede vertragliche Auszahlungssperre ist rechtswidrig. Maßgeblich sind Inhalt, wirksame Einbeziehung und anwendbares Recht. Werden Gebühren erst nach einem Auszahlungsantrag genannt, ist zu prüfen, ob sie überhaupt vereinbart wurden. Anleger sollten eine schriftliche Abrechnung und die genaue Klausel verlangen und nicht allein deshalb zahlen, weil sonst angeblich das Guthaben verfällt.
Welche Ansprüche sind denkbar?
Bei nachgewiesenem Anlagebetrug kommen Ansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB oder nach § 826 BGB in Betracht. Bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen kann § 675u BGB relevant sein; autorisierte Überweisungen werden nicht automatisch erstattet. Vorsicht ist bei angeblichen Rückholspezialisten geboten, die vorab Gebühren verlangen (Recovery Scam).
Häufige Fragen
- Wer warnt vor tradifipro.net?
- Die Cybercrime Police Zürich führt die Domain tradifipro.net seit dem 1. Oktober 2026 auf ihrer Warnliste verdächtiger Onlineplattformen.
- Sind die Auszahlungsbeschränkungen von TradiFi automatisch unwirksam?
- Nein. Entscheidend sind Inhalt der Klausel, wirksame Einbeziehung in den Vertrag und das anwendbare Recht.
- Soll ich Gebühren zahlen, um mein Guthaben freizugeben?
- Nein, nicht ohne Prüfung. Verlangen Sie eine schriftliche Abrechnung und die genaue Vertragsklausel und prüfen Sie, ob die Gebühr überhaupt vereinbart wurde.
- Welche Ansprüche kommen bei Anlagebetrug in Betracht?
- Möglich sind Ansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB oder aus § 826 BGB; bei nicht autorisierten Zahlungen kann § 675u BGB relevant sein.
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