zinsnow.com: BaFin-Warnung, Erfahrungen und Auszahlung

Veröffentlicht am 17.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • BaFin warnte am 31.10.2025: zinsnow.com biete nach ihren Erkenntnissen ohne Erlaubnis Festgeld an.
  • Die beworbene BaFin-Aufsicht ist laut BaFin falsch; Registereinträge wurden nicht gefunden.
  • Keine Zahlungen mehr leisten, Belege sichern, Zahlungsweg rechtlich prüfen lassen.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Wer Geld über zinsnow.com angelegt hat oder dort Probleme mit der Auszahlung erlebt, sollte jetzt sorgfältig vorgehen. Die BaFin hat am 31.10.2025 vor der Website gewarnt. Nach ihren Erkenntnissen werden dort ohne Erlaubnis Festgeld- und Tagesgeldanlagen angeboten. Betroffene können über anwalt-anlagebetrug.de eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.

Ich ordne in diesem Beitrag ein, was zu ZinsNow öffentlich bekannt ist, wo die Quellenlage endet und welche Schritte ich Betroffenen aus anwaltlicher Sicht empfehle.

zinsnow.com Erfahrungen: Was öffentlich bekannt ist

Die wichtigste Quelle ist die Warnung der BaFin. Die Behörde schreibt, die Betreiber böten nach ihren Erkenntnissen ohne Erlaubnis Festgeld- und Tagesgeldanlagen an. Außerdem werbe die Plattform mit einer Beaufsichtigung durch die BaFin. Diese Behauptung bezeichnet die BaFin als falsch.

Ein Nutzer berichtete im Forum kritische-anleger.de, er habe von „ZinsNow Berlin“ ein Angebot für ein 12-Monats-Festgeld bei der ING Luxemburg erhalten: 3,4 % Zinsen und 175 Euro Willkommensbonus. Das ist ein Einzelbericht und kein Beleg für das Vorgehen in allen Fällen.

Mehrere Anwaltsseiten berichten, der Name der ING Luxemburg werde als Lockangebot genutzt. Diese Angaben sind überwiegend nicht unabhängig überprüft, und die Kanzleien haben teils eigene Mandatsinteressen. Eine Verbindung zwischen ZinsNow und der ING ist in den Quellen nicht belegt. Die ING ist von dem gemeldeten Angebot klar zu trennen.

Ist zinsnow.com seriös? Einordnung der Warnsignale

Nach den derzeit öffentlich verfügbaren Informationen sollten Anleger besondere Vorsicht walten lassen. Ein Angebot von Finanzdienstleistungen ohne Erlaubnis ist ein gravierendes Warnsignal. Hinzu kommt die nach Angaben der BaFin falsche Behauptung einer BaFin-Aufsicht.

Handelsregister- oder Aufsichtsregistereinträge zu ZinsNow wurden nicht gefunden. Als Sitz wird sekundär eine Adresse in Berlin genannt, das Impressum der Plattform konnte nicht eingesehen werden. Die Domain wurde laut einer Anwaltsseite am 30.04.2025 registriert. Auch das ist eine Sekundärangabe.

Ein forenseitiger Hinweis auf kopiertes Webdesign und unrealistische Zinsversprechen ist eine anonyme Einzelmeinung. Ich gewichte sie deutlich schwächer als die Behördenwarnung.

zinsnow.com Auszahlung: Wenn Geld nicht zurückkommt

Anwaltsseiten berichten, dass Anleger über ausbleibende Rückzahlungen klagen. Diese Berichte sind nicht unabhängig überprüft. Sie passen aber zu einem Muster, das bei unerlaubten Anlageangeboten häufig auftritt.

Bei Festgeld ist das Muster oft einfach: Das Geld wird auf ein Konto überwiesen, das nicht bei der genannten Bank geführt wird. Bei Fälligkeit oder Kündigung gibt es Verzögerungen, neue Nachweise oder zusätzliche Forderungen. Ausbleibende Auszahlungen sind daher ein ernstes Warnzeichen, aber allein noch kein Beweis. Entscheidend ist, wohin das Geld tatsächlich geflossen ist.

Typische Masche: Lockangebote mit bekanntem Bankennamen

Bei Festgeld-Betrug wird häufig ein bekannter Bankname genutzt, um Vertrauen zu erzeugen. Dazu kommen ein überdurchschnittlicher Zins, ein Bonus und professionell wirkende Webseiten. Das Opfer überweist, und erst später fällt auf, dass das Empfängerkonto nicht zur genannten Bank gehört.

Das ist ein allgemeines Betrugsmuster. Ob es bei ZinsNow in jedem Fall so ablief, lässt sich aus den öffentlichen Quellen nicht abschließend sagen. Prüfen Sie deshalb immer, auf wessen Konto Sie gezahlt haben.

Was Sie jetzt sofort tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Das gilt auch für angebliche Steuern, Gebühren, Freischaltungen oder Sicherheitsleistungen.
  2. Überweisungsbelege sichern. Notieren Sie IBAN, Empfängername, Betrag, Datum und Verwendungszweck.
  3. Kommunikation exportieren. Speichern Sie E-Mails, Chats, Angebote, Vertragsunterlagen und Telefonnummern samt Namen der Ansprechpartner.
  4. Konto und Angaben dokumentieren. Erstellen Sie Screenshots von Kontoständen, Zinsangaben, Auszahlungsanträgen und Ablehnungen.
  5. Bank rasch informieren. Schildern Sie den Vorgang und fragen Sie, ob eine Rückruf- oder Recherchemöglichkeit besteht. Bei Kartenzahlung ist ein Chargeback zu prüfen.
  6. Zugänge absichern. Ändern Sie Passwörter, aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung und entfernen Sie Fernwartungssoftware wie AnyDesk oder TeamViewer.
  7. Keine weiteren Ausweisdokumente senden. Prüfen Sie, ob bereits Daten weitergegeben wurden.
  8. Anzeige erwägen. Eine Strafanzeige bei der Polizei kann sinnvoll sein. Lassen Sie sich dazu beraten.

zinsnow.com Geld zurück: Welche Möglichkeiten geprüft werden können

Ob Geld zurückgeholt werden kann, hängt vom Einzelfall, vom Zahlungsweg und vom Zeitablauf ab. Ich kann keine Erfolgsaussicht zusichern. Eine Prüfung lohnt sich aber, weil Zahlungswege oft nachvollziehbar sind.

Geprüft werden kann insbesondere:

  • die Rückforderung über die Bank des Empfängerkontos, wenn die Zahlung noch nicht weitergeleitet wurde
  • zivilrechtliche Ansprüche, etwa auf Schadensersatz oder Rückzahlung, gegen Betreiber oder Beteiligte
  • Ansprüche gegen Banken, wenn Warnpflichten oder Auffälligkeiten bei der Überweisung relevant sind
  • die Auswertung von Kontoverbindungen, Krypto-Transaktionen und Wallet-Adressen
  • die Strafanzeige, damit Ermittler Konten sichern können

Je früher die Unterlagen vorliegen, desto besser lässt sich beurteilen, welche Schritte realistisch sind. Das bedeutet nicht, dass Eile zu unüberlegten Handlungen führen sollte.

Vorsicht vor Recovery-Scams nach dem Verlust

Geschädigte werden nach einem Anlagebetrug häufig erneut kontaktiert. Angebliche Ermittler, Behörden, Blockchain-Experten, Anwälte oder Rückholfirmen behaupten, Ihr Geld gefunden zu haben. Dafür verlangen sie zunächst Vorschüsse oder Gebühren.

Meine Empfehlung: Zahlen Sie nichts im Voraus an Unbekannte, die Sie selbst angeschrieben haben. Seriöse Behörden verlangen keine Gebühren per Überweisung oder Kryptowährung für eine Auszahlung. Prüfen Sie jede Kontaktaufnahme über offizielle Kanäle und lassen Sie sich im Zweifel beraten.

Rechtsanwalt Martin Wehrmann: kostenfreie Ersteinschätzung bei zinsnow.com

Wenn Sie Geld über zinsnow.com eingezahlt haben oder Probleme mit der Auszahlung bestehen, können Sie mir Ihren Fall über anwalt-anlagebetrug.de für eine kostenfreie Ersteinschätzung schildern. Als Rechtsanwalt bei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht prüfe ich, welche Anhaltspunkte vorliegen, wohin Ihre Zahlungen geflossen sind und welche rechtlichen Schritte in Betracht kommen.

Halten Sie Überweisungsbelege, Korrespondenz und Screenshots bereit. Sie erleichtern die Einschätzung erheblich. Ein Ergebnis kann ich nicht garantieren, aber ich kann Ihnen eine nachvollziehbare Bewertung Ihrer Möglichkeiten geben.

Häufige Fragen

Hat die BaFin vor zinsnow.com gewarnt?
Ja. Die BaFin warnte am 31.10.2025. Nach ihren Erkenntnissen werden dort ohne Erlaubnis Festgeld- und Tagesgeldanlagen angeboten.
Ist die Aufsicht durch die BaFin bei zinsnow.com echt?
Nein. Die BaFin bezeichnet die Behauptung der Betreiber, von ihr beaufsichtigt zu werden, als falsch.
Gibt es eine Verbindung zwischen ZinsNow und der ING?
Eine Verbindung ist in den Quellen nicht belegt. Nutzer und Anwaltsseiten berichten lediglich, dass der Name der ING Luxemburg in Angeboten genannt wurde.
Kann ich Geld von zinsnow.com zurückerhalten?
Das hängt vom Einzelfall, vom Zahlungsweg und vom Zeitablauf ab. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht, eine anwaltliche Prüfung der Zahlungswege kann aber sinnvoll sein.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

  • 1Sie schildern uns Ihren Fall
  • 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
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