Zuverlässige Forex-Broker: Kundengelder nach MiCA

Veröffentlicht am 09.10.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Art. 70 MiCA: Kundengelder getrennt verwahren, nicht für eigene Rechnung nutzen
  • EU-Kommission (18.02.2026): Zinsen auf Kundengelder sollen grundsätzlich dem Kunden zustehen
  • Zahlungsweg, Fiat-Guthaben und Kontobewegungen vor dem ersten Trade dokumentieren
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei Zuverlässige Forex-Broker (zuverlassigerforexbroker.com) stellt sich nicht nur die Frage, wohin Kryptowerte transferiert wurden, sondern auch, was zuvor mit dem eingezahlten Euro- oder Dollar-Guthaben geschah. Nach Art. 70 MiCA müssen Kryptodienstleister Kundengelder getrennt vom eigenen Vermögen schützen. Nach einer Klarstellung der Europäischen Kommission vom 18. Februar 2026 sollen Zinsen aus solchen Kundengeldern grundsätzlich den Kunden zugutekommen.

Was verlangt MiCA bei Kundengeldern?

Hält ein Anbieter Gelder seiner Kunden, muss er deren Eigentumsrechte schützen und verhindern, dass das Geld für eigene Rechnung verwendet wird (Art. 70 MiCA). Spätestens bis zum Ende des auf den Zahlungseingang folgenden Geschäftstages müssen die Gelder grundsätzlich bei einem Kreditinstitut oder einer Zentralbank hinterlegt werden. Das Konto muss von den Konten für das Unternehmensvermögen separat identifizierbar sein.

Relevant ist das etwa, wenn ein Betrag überwiesen wird, der angebliche Kryptokauf aber erst mehrere Tage später erfolgt. Dann stellt sich die Frage, wo das Geld in der Zwischenzeit lag. Wird es auf demselben Konto geführt, über das auch Gehälter, Werbung und Bürokosten bezahlt werden, wäre die vorgeschriebene Trennung zu prüfen.

Darf ein Anbieter Zinsen auf Kundengelder behalten?

Nach der am 18. Februar 2026 veröffentlichten Auslegung der Europäischen Kommission lautet die Antwort: nein. Kundengelder werden zur Sicherung hinterlegt, nicht um eigene Erträge zu erzielen. Entstehen bei der vorgeschriebenen Verwahrung Zinsen, sollen sie an den Kunden weitergegeben werden. Der Quelltext rechnet ein reines Beispiel durch: Bei fünf Millionen Euro nicht investierter Kundengelder und drei Prozent Zinsen wären es rechnerisch 150.000 Euro pro Jahr. Das ist eine Annahme, keine Tatsachenfeststellung zu zuverlassigerforexbroker.com.

Eine fehlende Auszahlung und fehlende Zinsen sind zwei getrennte Fragen. Dass tatsächlich Zinsen angefallen sind, folgt nicht automatisch. Wurde das Geld aber verzinst angelegt, ist die Klarstellung relevant.

Wer führt die Zahlung aus?

Kryptodienstleister können Zahlungsdienste anbieten. Dafür muss der Anbieter selbst oder ein eingeschalteter Dritter nach dem Zahlungsdiensterecht autorisiert sein. MiCA verlangt außerdem, dass Kunden informiert werden, welche Zahlungsdienste erbracht werden, welche Bedingungen gelten und ob ein Dritter beteiligt ist.

Taucht auf dem Überweisungsbeleg eine unbekannte Payment-Gesellschaft auf, muss das nicht problematisch sein, sollte aber nachvollziehbar erklärt werden. Ein Zahlungsdienstleister ist nicht automatisch der Investmentanbieter. Eine Überweisung an einen regulierten Zahlungsdienstleister belegt nicht, dass die dahinterstehende Handelsplattform ordnungsgemäß reguliert ist.

Welche Unterlagen sollten Betroffene sichern?

Schon die erste Überweisung liefert Informationen. Zu sichern sind:

  • Empfängername, Bank, IBAN, Zahlungsdienstleister, Verwendungszweck und Datum
  • Screenshots des ursprünglichen Fiat-Guthabens („Cash Balance“, „Available Balance“)
  • Mitteilungen dazu, wann das Geld angeblich investiert wurde
  • Zeitstempel, Orderbestätigungen und Kontobewegungen
  • Kontoauszüge und Abrechnungen über längere Zeiträume

MiCA verlangt von Kryptodienstleistern Aufzeichnungen über Dienstleistungen, Orders und Transaktionen, die eine aufsichtsrechtliche Kontrolle ermöglichen. Bestreitet ein Kunde etwa, Kryptokäufe beauftragt zu haben, die nach einem Barguthaben von 100.000 Euro im Dashboard erscheinen, ist auch der ursprüngliche Geldbestand zu dokumentieren.

Was bedeutet es, wenn Guthaben „im Liquiditätspool“ gebunden sein soll?

Wird ein als „Available Cash“ angezeigtes Guthaben telefonisch als „im Liquiditätspool“ gebunden bezeichnet und nicht ausgezahlt, verdient das Aufmerksamkeit. Nach dem Grundgedanken von MiCA sollen Kundengelder vor einer Nutzung für eigene Rechnung geschützt werden. Ein frei verfügbares Kundenguthaben ist regulatorisch etwas anderes als Betriebskapital des Betreibers.

FAQ

Was regelt Art. 70 MiCA?

Er verpflichtet Kryptodienstleister, Kundengelder zu schützen, nicht für eigene Rechnung zu nutzen und grundsätzlich bis zum Ende des folgenden Geschäftstages bei einem Kreditinstitut oder einer Zentralbank zu hinterlegen.

Wem stehen Zinsen auf hinterlegte Kundengelder zu?

Nach der Klarstellung der Europäischen Kommission vom 18. Februar 2026 grundsätzlich dem Kunden.

Beweist eine Überweisung an einen Zahlungsdienstleister die Regulierung der Plattform?

Nein. Die Überweisung belegt für sich genommen nicht, dass auch die dahinterstehende Handelsplattform ordnungsgemäß reguliert ist.

Warum ist die Zeit zwischen Einzahlung und Investment wichtig?

In dieser Phase zeigt sich, wie transparent der Anbieter mit Kundengeld umgeht und ob es getrennt verwahrt wurde.

Häufige Fragen

Was regelt Art. 70 MiCA?
Er verpflichtet Kryptodienstleister, Kundengelder zu schützen, nicht für eigene Rechnung zu nutzen und grundsätzlich bis zum Ende des folgenden Geschäftstages bei einem Kreditinstitut oder einer Zentralbank zu hinterlegen.
Wem stehen Zinsen auf hinterlegte Kundengelder zu?
Nach der Klarstellung der Europäischen Kommission vom 18. Februar 2026 grundsätzlich dem Kunden.
Beweist eine Überweisung an einen Zahlungsdienstleister die Regulierung der Plattform?
Nein. Die Überweisung belegt für sich genommen nicht, dass auch die dahinterstehende Handelsplattform ordnungsgemäß reguliert ist.
Warum ist die Zeit zwischen Einzahlung und Investment wichtig?
In dieser Phase zeigt sich, wie transparent der Anbieter mit Kundengeld umgeht und ob es getrennt verwahrt wurde.

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