ACM INDEX (acmindex.com): Short-Positionen prüfen

Veröffentlicht am 10.10.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • „Short“ bei ACM INDEX muss kein echter Aktien-Leerverkauf sein, sondern kann ein Derivat sein
  • Art. 12 der VO (EU) Nr. 236/2012 verlangt für Aktien-Leerverkäufe Deckung (Locate)
  • Orderbestätigungen, Ordernummern und Transaktionsübersichten sichern und abgleichen
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei ACM INDEX (acmindex.com, crm.acmindex.com) ist die Frage entscheidend, ob ein als „Short“ oder „Sell“ angezeigter Trade tatsächlich ein Leerverkauf von Aktien ist oder nur eine interne Position bzw. ein Derivat. Ein angezeigter Verlust oder eine optisch überzeugende Handelsoberfläche beweist keine reale Markttransaktion. Der Quelltext nennt keine Behördenwarnung und keine konkreten Betrugsmerkmale; er zeigt Prüfansätze.

Was bedeutet Leerverkauf?

Beim klassischen Leerverkauf verkauft ein Marktteilnehmer Aktien, die er nicht hält, und erwartet fallende Kurse. Beispiel aus dem Artikel: 100 Aktien werden zu 80 Euro leerverkauft (8.000 Euro). Fällt der Kurs auf 65 Euro, beträgt die Differenz vor Kosten 1.500 Euro. Steigt er auf 110 Euro, entsteht ein Verlust von 3.000 Euro. Das Verlustpotenzial ist theoretisch nicht auf den Einsatz begrenzt.

Was steckt hinter „Short“ bei ACM INDEX?

Ein „Short“-Button bei ACM INDEX (acmindex.com, crm.acmindex.com) besagt noch nicht, dass tatsächlich Aktien am Markt leerverkauft werden. Dahinter kann ein Derivat stehen, dessen Wert nur an die Aktie gekoppelt ist. Zu prüfen sind Produktbezeichnung, Vertragsunterlagen und Abrechnung: Wird eine Stückzahl realer Aktien genannt? Gibt es einen Handelsplatz? Werden Finanzierungskosten ausgewiesen?

Welche Regeln gelten für Leerverkäufe von Aktien?

Die Short Selling Regulation (Verordnung (EU) Nr. 236/2012) regelt Leerverkäufe. Nach Art. 12 darf eine an einem Handelsplatz zugelassene Aktie nur leerverkauft werden, wenn sie bereits geliehen wurde, ein durchsetzbarer Übertragungsanspruch besteht oder ein Dritter die Lokalisierung (Locate) bestätigt hat und die Lieferung zum Fälligkeitstermin vernünftigerweise erwartbar ist. Die ESMA beschreibt ungedeckte Aktien-Leerverkäufe als verboten.

Gibt es Melde- und Transparenzpflichten?

Nach der Darstellung der ESMA ist eine Netto-Shortposition in Aktien ab 0,1 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals der zuständigen Behörde zu melden, ab 0,5 Prozent wird sie öffentlich offengelegt; weitere Schwellen folgen in 0,1-Prozent-Schritten. Das betrifft typischerweise größere Marktteilnehmer. Nach Art. 3 können auch Derivate, Indizes, Wertpapierkörbe oder ETFs in die Berechnung einfließen.

Wie lässt sich ein angezeigter Verlust überprüfen?

Der Artikel empfiehlt, die behauptete Transaktion rückwärts zu prüfen: Gab es den Trade in dieser Form überhaupt? Zu vergleichen sind Eröffnungszeitpunkt, Kurs, Positionsgröße, Produktart, Handelsplatz, Schließungskurs und Angaben zur Abwicklung. Auch der Kursverlauf der Aktie zum behaupteten Zeitpunkt lässt sich abgleichen. Abweichungen beweisen nicht automatisch Betrug, zeigen aber weiteren Klärungsbedarf.

Was sollten Betroffene sichern?

Wer bei ACM INDEX auf fallende Kurse gesetzt hat und Zweifel an Verlusten, Short-Positionen oder einer verweigerten Auszahlung hat, sollte Orderbestätigungen, Ordernummern und detaillierte Transaktionsübersichten sichern. Weitere Informationen bietet broker-betrug.de.

Häufige Fragen

Ist jede „Short“-Position bei ACM INDEX ein echter Leerverkauf?
Nein. Hinter einer Short-Position kann ein Derivat stehen, dessen Wert nur an die Aktie gekoppelt ist. Produktart und Vertragsunterlagen sind zu prüfen.
Was bedeutet Locate-Nachweis?
Ein Dritter bestätigt, dass die Aktien lokalisiert wurden und die Lieferung zum Fälligkeitstermin vernünftigerweise erwartet werden kann (Art. 12 der VO (EU) Nr. 236/2012).
Beweist ein roter Kontostand einen echten Marktverlust?
Nein. Ein angezeigter Verlust oder ein Dashboard belegt nicht, dass im Hintergrund eine Markttransaktion ausgeführt wurde.
Welche Unterlagen sollten gesichert werden?
Orderbestätigungen, Ordernummern, Zeitpunkte, Stückzahlen, Preise, Handelsplatz- und Produktangaben sowie detaillierte Transaktionsübersichten.

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