ADEPALGO (adepalgo.com): Markttiefe und Auszahlung prüfen

Veröffentlicht am 10.10.2026

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Angezeigte Kurse und Kontowerte bei ADEPALGO belegen keine echte Marktliquidität
  • MiCA verlangt Transparenz zu Markttiefe, Transaktionen und Orderdaten (u. a. Art. 76)
  • Screenshots, Ordernummern, Zeitpunkte und Fehlermeldungen früh sichern
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei ADEPALGO (adepalgo.com) ist für Anleger nicht nur das angezeigte Guthaben entscheidend, sondern ob hinter den Kursen ein nachvollziehbarer Markt mit echter Liquidität besteht. Wenn Verkaufsorders nicht ausgeführt werden oder eine Auszahlung scheitert, können Orderbuch, Markttiefe und Handelsdaten wichtige Hinweise liefern. Der Quelltext nennt keine behördliche Warnung zu ADEPALGO, sondern zeigt Prüfansätze auf.

Warum ist die Markttiefe bei ADEPALGO (adepalgo.com) wichtig?

Eine Plattform kann Kurse anzeigen, ohne dass erkennbar ist, wie viele Kauf- und Verkaufsaufträge tatsächlich vorliegen. Im Orderbuch stehen Käufer (Bid) und Verkäufer (Ask) gegenüber, dazwischen liegt der Spread. Ein angezeigter Kurs garantiert keine entsprechende Liquidität. Beispiel aus dem Artikel: Ein Token wird mit 8,20 Euro angezeigt, 10.000 Stück ergeben rechnerisch 82.000 Euro. Ob dafür genügend Käufer existieren, ist eine andere Frage.

Welche MiCA-Vorgaben gelten für Krypto-Handelsplattformen?

Nach Art. 76 MiCA müssen Betreiber regulierter Krypto-Handelsplattformen unter anderem veröffentlichen, welche Kauf- und Verkaufspreise angeboten werden und welche Tiefe der Handelsinteressen besteht. Preis, Volumen und Zeitpunkt ausgeführter Transaktionen sind zeitnah öffentlich zugänglich zu machen. Relevante Orderdaten sind grundsätzlich mindestens fünf Jahre für die zuständige Aufsichtsbehörde verfügbar zu halten. Die Delegierte Verordnung 2025/416 sieht Datenfelder für neue, geänderte, stornierte, abgelehnte sowie teilweise oder vollständig ausgeführte Orders vor. Die ESMA hat seit Ende November 2025 standardisierte, maschinenlesbare Datenstrukturen veröffentlicht.

Wann sollten Anleger bei ADEPALGO (adepalgo.com) genauer hinschauen?

  • Der Markt erscheint genau dann illiquide, wenn verkauft werden soll, und kurz darauf werden wieder normale Kurse angezeigt.
  • Behauptete Handelsvolumina (z. B. Millionen Euro täglich) passen nicht zur sichtbaren Markttiefe oder sind nicht überprüfbar.
  • Verkaufsversuche tauchen später nicht in der Orderhistorie auf, obwohl abgelehnte und stornierte Orders erfasst sein müssten.
  • Orderinformationen sollen nach wenigen Wochen nicht mehr vorhanden sein.
  • Es wird mit „global liquidity pool“ oder „international shared liquidity“ geworben.

Zum letzten Punkt: Die ESMA hat im Juni 2025 klargestellt, dass die Zusammenführung des Orderbuchs einer MiCA-zugelassenen EU-Plattform mit nicht entsprechend autorisierten Nicht-EU-Plattformen gegen die Zulassungsanforderungen verstoßen kann.

Wie kann ein Fall aussehen?

Der Artikel schildert ein Beispiel: Ein Konto zeigt Token im Wert von 100.000 Euro. Bei dem Wunsch, 20.000 Euro auszahlen zu lassen, heißt es, die Position könne wegen „unzureichender Liquidität“ nicht geschlossen werden, während die Plattform zugleich Handelsvolumen in Millionenhöhe ausweist. Dann sind sichtbare Markttiefe, Volumen, Orderhistorie, Zeitpunkt des Verkaufsversuchs und später dargestellte Kurse zu vergleichen. Widersprüche können für die rechtliche und technische Analyse bedeutsam sein.

Was sollten Betroffene dokumentieren?

Gesichert werden sollten Screenshots des Orderbuchs, Ordernummern, Zeitpunkte, Fehlermeldungen und nicht ausgeführte Orders. Eine kurzfristige Illiquidität in hektischen Marktphasen ist für sich genommen kein Hinweis auf Manipulation.

Häufige Fragen

Ist ADEPALGO (adepalgo.com) ein Betrug?
Der Quelltext stellt keinen Betrug fest und nennt keine Behördenwarnung. Er beschreibt Prüfansätze wie Markttiefe, Handelsvolumen, Orderhistorie und Herkunft der Liquidität.
Was besagt Art. 76 MiCA zur Transparenz?
Betreiber von Krypto-Handelsplattformen müssen unter anderem veröffentlichen, welche Kauf- und Verkaufspreise angeboten werden und welche Tiefe der Handelsinteressen dazu besteht.
Warum sind abgelehnte Orders relevant?
Die Delegierte Verordnung 2025/416 sieht Datenfelder auch für Ablehnungen und Stornierungen vor. Sie können belegen, ob Verkaufsversuche unternommen wurden.
Wie lange müssen Orderdaten verfügbar sein?
MiCA sieht vor, relevante Orderdaten grundsätzlich mindestens fünf Jahre für die zuständige Aufsichtsbehörde verfügbar zu halten.

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