Agi Finance SA: FMA-Warnung zu Festgeld-Vermittlung

Veröffentlicht am 26.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • FMA warnt am 25.09.2026: Agi Finance SA (agifinanz.com) ohne Berechtigung für Einlagengeschäfte in Österreich
  • Die FMA nennt den Anbieter nicht ausdrücklich Betrüger; Nutzerberichte wurden nicht gefunden
  • Keine weiteren Zahlungen leisten, Zahlungswege und Chats sichern, Bank zeitnah informieren
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Wer über Agi Finance SA oder die Website agifinanz.com Geld angelegt hat und nun Fragen zu Erfahrungen, Auszahlung oder einem möglichen Anlagebetrug hat, sollte jetzt sorgfältig vorgehen. Die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA hat vor dem Angebot gewarnt. Betroffene können über anwalt-anlagebetrug.de eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.

Agi Finance SA: Was die FMA-Warnung tatsächlich aussagt

Die FMA hat am 25.09.2026 eine Warnung zu Agi Finance SA mit der Web-Adresse www.agifinanz.com veröffentlicht. Nach ihrer Mitteilung hat der Anbieter keine Berechtigung, konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich zu erbringen. Insbesondere ist ihm die Vermittlung von Einlagengeschäften nicht gestattet.

Als angeblichen Sitz nennt die FMA die Schweiz und Deutschland. Sie stützt ihre Veröffentlichung auf § 4 Abs. 7 des österreichischen Bankwesengesetzes.

Wichtig für die Einordnung: Die FMA bezeichnet den Anbieter in dieser Bekanntmachung nicht ausdrücklich als Betrüger. Eine fehlende Berechtigung ist dennoch ein ernstes Warnsignal, weil Anleger bei nicht beaufsichtigten Anbietern oft keinen Schutz durch Aufsicht und Einlagensicherung haben.

Was über das Angebot von agifinanz.com bekannt ist

Die Website stellt Agi Finance SA als unabhängigen Vermittler für Festgeld- und Tagesgeldanlagen im europäischen Finanzmarkt dar. Sie wirbt mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 € bei allen Partnerbanken. Als Kontakt nennt sie eine Adresse in Genf und eine Schweizer Telefonnummer.

Das sind Eigenangaben der Plattform. Ob sie zutreffen, ist durch die FMA-Warnung nicht bestätigt. Gerade das Versprechen einer Einlagensicherung sollten Anleger kritisch prüfen: Es gilt nur für tatsächlich bei einer Bank geführte Einlagen, nicht für Gelder, die an einen Vermittler oder an unbekannte Konten überwiesen wurden.

Agi Finance SA im Schweizer Handelsregister: Vorsicht vor Verwechslungen

Im Schweizer Handelsregister ist nach einer Registerauskunft eine Agi Finance SA mit Sitz in Genf eingetragen, mit derselben Adresse wie auf der Website. Ob dieses Unternehmen mit dem Betreiber von agifinanz.com identisch ist, geht aus den verfügbaren Quellen nicht hervor.

Ich ziehe daraus keine Schlüsse über das eingetragene Unternehmen. Für Betroffene bedeutet das: Ein Handelsregistereintrag allein beweist weder Seriosität noch das Gegenteil. Entscheidend ist, wer tatsächlich Vertragspartner war und auf wessen Konto das Geld geflossen ist.

Auszahlung und Erfahrungen: Was sich belegen lässt und was nicht

Öffentlich auffindbare Erfahrungsberichte oder Warnungen anderer Behörden wie BaFin, FINMA oder FCA liegen nach dem derzeitigen Stand nicht vor. Ich stelle deshalb keine Behauptungen über verweigerte Auszahlungen auf.

Aus anwaltlicher Sicht gilt dennoch: Nach den derzeit verfügbaren Informationen sollten Anleger besondere Vorsicht walten lassen. Wer Probleme bei der Rückzahlung seines Festgeldes hat, sollte jede Verzögerung, jede Begründung und jede neue Forderung dokumentieren.

Warnsignale bei Festgeld-Vermittlern allgemein

  • Es besteht keine Erlaubnis der zuständigen Aufsicht.
  • Das Geld soll auf Konten überwiesen werden, die nicht auf eine bekannte Bank lauten.
  • Die Zinsen liegen deutlich über dem Marktüblichen.
  • Es wird Druck aufgebaut, schnell zu entscheiden.
  • Vor einer Auszahlung werden Gebühren, Steuern oder Freischaltungen verlangt.

Was Sie jetzt sofort tun sollten

  1. Leisten Sie keine weiteren Zahlungen, auch nicht für angebliche Gebühren, Steuern oder Freischaltungen.
  2. Sichern Sie alle Unterlagen: Verträge, E-Mails, Chatverläufe, Anlagebestätigungen und Kontoansichten.
  3. Notieren Sie Namen, Telefonnummern und Zeitpunkte aller Kontakte.
  4. Sichern Sie Zahlungsbelege: Überweisungsbelege, Empfängerkonto mit IBAN, Verwendungszweck und Datum.
  5. Bei Kryptozahlungen speichern Sie Transaktions-Hashes und Wallet-Adressen.
  6. Ändern Sie Passwörter und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  7. Prüfen Sie Ihr Gerät auf Fernwartungsprogramme wie AnyDesk oder TeamViewer und entfernen Sie diese.
  8. Informieren Sie Ihre Bank zeitnah und fragen Sie nach Rückruf- oder Rückbuchungsmöglichkeiten.

Agi Finance SA Geld zurück: Welche Möglichkeiten geprüft werden können

Ob Geld zurückgeholt werden kann, hängt vom Einzelfall, vom Zahlungsweg und von den vorhandenen Informationen ab. Eine Erfolgsgarantie kann es nicht geben.

Ich prüfe in solchen Fällen insbesondere, an wen das Geld gezahlt wurde, über welche Bank oder welchen Zahlungsdienstleister, und wie lange die Zahlung zurückliegt. Bei Banküberweisungen kann eine zeitnahe Information der Bank sinnvoll sein. Bei Kartenzahlungen kann unter Umständen ein Erstattungsverfahren in Betracht kommen.

Rechtlich können je nach Lage Schadensersatzansprüche gegen Beteiligte, Ansprüche gegen Banken oder Zahlungsdienstleister sowie eine Strafanzeige geprüft werden. Eine Strafanzeige kann helfen, Ermittlungen anzustoßen und Konten einzufrieren, ohne dass dies sicher ist.

Recovery Scams: Schutz vor Folgebetrug

Opfer von Anlagebetrug werden häufig erneut kontaktiert, etwa von angeblichen Ermittlern, Blockchain-Experten, Behörden, Anwälten oder Rückholfirmen. Sie behaupten, verlorenes Geld gefunden zu haben, und verlangen vorab Gebühren.

Meine Empfehlung: Zahlen Sie keine Vorschüsse an Unbekannte, die Sie selbst kontaktieren. Prüfen Sie Absender kritisch und geben Sie keine Ausweisdokumente oder Zugangsdaten weiter. Seriöse Behörden verlangen für Rückholungen keine Vorauszahlung.

Rechtsanwalt Martin Wehrmann: kostenfreie Ersteinschätzung bei Agi Finance SA

Wenn Sie Geld über Agi Finance SA beziehungsweise agifinanz.com angelegt haben und Fragen zur Auszahlung bestehen, können Sie mir Ihren Fall über anwalt-anlagebetrug.de für eine kostenfreie Ersteinschätzung schildern. Ich prüfe mit WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht, welche Anhaltspunkte vorliegen, welche Zahlungswege nachvollziehbar sind und welche weiteren rechtlichen Schritte in Ihrem konkreten Fall sinnvoll sein können.

Halten Sie dafür Zahlungsbelege, Korrespondenz und eine kurze Chronologie bereit.

Häufige Fragen

Ist Agi Finance SA seriös?
Die FMA warnt, dass der Anbieter hinter agifinanz.com keine Berechtigung für konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich hat. Das ist ein erhebliches Warnsignal, Anleger sollten besondere Vorsicht walten lassen.
Hat die FMA Agi Finance SA als Betrüger bezeichnet?
Nein. Die Warnung vom 25.09.2026 stellt fehlende Berechtigung fest, bezeichnet den Anbieter aber nicht ausdrücklich als Betrüger.
Ist die Agi Finance SA im Schweizer Handelsregister identisch mit agifinanz.com?
Das ist nicht belegt. Eine Agi Finance SA mit derselben Genfer Adresse ist eingetragen, eine Identität mit dem Betreiber der Website geht aus den Quellen nicht hervor.
Was sollten Betroffene zuerst tun?
Keine weiteren Zahlungen leisten, Belege und Chats sichern, Passwörter ändern, die Bank informieren und eine anwaltliche Prüfung der Zahlungswege erwägen.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

  • 1Sie schildern uns Ihren Fall
  • 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
  • 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
  • 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.

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