EOS Investment Alliance (ACTcoinese): Zahlungswege prüfen

Veröffentlicht am 11.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Entscheidend ist, auf welches reale Konto das Geld bei EOS Investment Alliance (ACTcoinese) geflossen ist
  • Wechselnde Empfängerkonten und Zahlungen an Privatpersonen sind erklärungsbedürftige Warnsignale
  • BaFin-Abgleich und Domain-Alter prüfen; fehlende Warnungen im Netz sind keine Entwarnung
  • Bei EOS Investment Alliance (App ACTcoinese) könnte es sich um einen Betrug handeln.
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

EOS Investment Alliance, verbunden mit der App „ACTcoinese“, dem Namen „Dr. Ulrich Hoffmann“ und vermeintlichen „HWX Token“, steht im Verdacht, eine Fake-Trading-Plattform zu sein. Bei der rechtlichen Prüfung kommt es nicht nur auf das virtuelle Trading-Konto an, sondern vor allem darauf, auf welchem realen Konto das Geld des Anlegers angekommen ist. Ob hinter dem Angebot ein tatsächlich berechtigter Betreiber steht, lässt sich oft erst über Empfängername, IBAN, Bank und Verwendungszweck klären.

Warum ist das Empfängerkonto bei EOS Investment Alliance so wichtig?

Auf einer Fake-Trading-Plattform lassen sich Zahlen vergleichsweise einfach darstellen. Eine Banküberweisung hinterlässt dagegen konkrete Zahlungsinformationen. Die Polizei weist darauf hin, dass Überweisungen an Privatpersonen ein erhebliches Warnsignal sein können. Entscheidend ist: Stimmt der Empfänger der Überweisung mit dem angeblichen Betreiber überein? Fließt das Geld trotz Vertrag mit einer vermeintlichen Investmentgesellschaft an eine völlig andere Firma oder Privatperson, entsteht eine erklärungsbedürftige Diskrepanz.

Was bedeuten wechselnde Zahlungsempfänger?

Der Artikel nennt als Beispiel: 8.000 Euro an eine Gesellschaft in einem EU-Staat, 15.000 Euro an ein anderes Unternehmen, weitere 20.000 Euro an ein drittes Konto. Das muss nicht automatisch Betrug bedeuten, wirft aber Fragen auf: Warum wechseln die Empfänger, welche wirtschaftliche Verbindung besteht, und weshalb erhält nicht der vermeintliche Vertragspartner das Geld? Kontoauszüge sind daher nicht nur Schadensnachweis, sondern können Hinweise auf die tatsächliche Infrastruktur hinter dem Angebot liefern.

Können kopierte Webseiten täuschen?

Ja. Die Polizei warnt, dass gefälschte Investmentplattformen teilweise direkte Kopien echter Anbieter sind. Ein Impressum, eine bekannte Firmenadresse oder ein seriös klingender Name reichen nicht zwingend aus. Geprüft werden sollte, ob die Kontaktdaten tatsächlich zum genannten Unternehmen gehören.

Bedeutet das Fehlen von Warnungen, dass EOS Investment Alliance seriös ist?

Nein. Fehlende Warnungen oder Erfahrungsberichte sind laut Polizei kein Beleg für Seriosität, denn neue Betrugsseiten existieren oft noch nicht lange genug, um aufzufallen. Alter der Domain und zeitlicher Verlauf können relevant sein.

Welche Rolle spielt die BaFin-Unternehmensdatenbank?

Wer in Deutschland bestimmte Finanz-, Wertpapier- oder Kryptowerte-Dienstleistungen anbietet, benötigt grundsätzlich eine Erlaubnis; die BaFin führt dazu eine Unternehmensdatenbank. Auch ein ähnlich benanntes, zugelassenes Unternehmen belegt nicht, dass die konkrete Webseite zu ihm gehört. Die BaFin hat wiederholt vor Identitätsmissbrauch gewarnt, bei dem Betreiber behaupteten, mit etablierten Finanzunternehmen verbunden zu sein.

Was wurde angeblich gehandelt: Forex, CFDs oder Krypto?

Zu klären ist, welches konkrete Finanzprodukt angeblich abgeschlossen wurde. Das Landeskriminalamt Niedersachsen nennt den Forex-Markt mit mehr als 6,5 Billionen US-Dollar Tagesvolumen den größten Finanzmarkt der Welt. Bei CFDs erwerben Anleger keine tatsächlichen Unternehmensanteile, sondern spekulieren auf die Kursentwicklung eines Basiswerts. Ein professionell klingender Begriff erklärt nicht, was mit dem Geld geschah.

Wie hoch können die Schäden werden?

Polizeifälle aus 2026 zeigen die Dimension: Ein 60-jähriger Anleger verlor mehr als 200.000 Euro, nachdem zusätzlich 45.000 Euro für eine angebliche Auszahlung verlangt wurden. Eine 61-jährige Frau verlor durch eine vermeintliche Trading-Plattform und Krypto-Transaktionen mehr als eine Million Euro. Eine Problemlage sollte daher nicht durch weitere Einzahlungen lösen wollen.

Wie lässt sich die Geldspur rekonstruieren?

Sinnvoll ist eine Zahlungstabelle mit Datum, Betrag, Empfänger, IBAN oder Wallet, verwendeter Bank bzw. Kryptobörse und der jeweiligen Begründung der Zahlung. So wird aus einzelnen Überweisungen eine nachvollziehbare Geldspur.

Häufige Fragen

Ist EOS Investment Alliance (App ACTcoinese) seriös?
Der Artikel nennt Anhaltspunkte für eine Fake-Trading-Plattform, etwa wechselnde Empfängerkonten, mögliche Identitätsverwechslung und Nachforderungen. Eine Prüfung der Zahlungswege und der Betreiberidentität ist angezeigt.
Warum reicht ein Eintrag in der BaFin-Datenbank nicht aus?
Auch wenn ein ähnlich benanntes Unternehmen zugelassen ist, muss die konkrete Webseite nicht zu ihm gehören. Die BaFin warnt wiederholt vor Identitätsmissbrauch.
Bedeutet das Fehlen negativer Bewertungen, dass die Plattform sicher ist?
Nein. Laut Polizei können neue Betrugsseiten noch zu jung sein, um öffentlich aufgefallen zu sein.
Welche Unterlagen sind wichtig?
Kontoauszüge, Verträge, Empfängername, IBAN oder Wallet, Bank bzw. Kryptobörse, Verwendungszweck und Zeitpunkte jeder Zahlung, geordnet in einer Zahlungstabelle.
Sollte man bei Nachforderungen weiter einzahlen?
Nein. Der Artikel verweist auf Fälle, in denen nach hohen Einzahlungen weitere Beträge für eine angebliche Auszahlung verlangt wurden.

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