Fin Street Ledger (finstreetledger.org): Aufzeichnungspflichten

Veröffentlicht am 13.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Art. 72 der VO (EU) 2017/565: Änderungen an Handelsdaten müssen samt Vorversion nachvollziehbar bleiben
  • Orderzeit, Orderart und Entscheider (Händler-/Algorithmus-ID) sind aufzuzeichnen (Art. 74, Anhang IV)
  • Screenshots, CSV-Exporte und Ordernummern früh sichern, um Datenstände vergleichen zu können
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei Fin Street Ledger (finstreetledger.org) können nachträglich veränderte Orderzeiten, Preise oder verschwundene Trades ein wichtiger Prüfpunkt sein. Regulierte Wertpapierfirmen müssen nach der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 Aufträge und Änderungen so dokumentieren, dass die ursprüngliche Fassung erkennbar bleibt. Der Quelltext nennt für Fin Street Ledger keine bestätigten Verstöße, sondern beschreibt Prüfmaßstäbe für den Fall auffälliger Datenänderungen.

Welche Aufzeichnungspflichten gelten für einen regulierten Broker?

Nach Art. 72 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 müssen Daten so gespeichert werden, dass die zuständige Aufsicht die maßgeblichen Phasen eines Geschäfts nachvollziehen kann. Korrekturen und sonstige Änderungen sollen erkennbar bleiben, ebenso der Inhalt vor der Änderung. Eine Plattform wie Fin Street Ledger (finstreetledger.org) sollte ihre Historie daher nicht ohne Spur umschreiben können.

Was muss bei einem Kundenauftrag festgehalten werden?

Nach Art. 74 in Verbindung mit Anhang IV sind unter anderem Kundenidentität, Finanzinstrument, Kauf- oder Verkaufsrichtung, Stückpreis, Währung, Menge, Orderart und besondere Weisungen zu erfassen. Auch Datum und genaue Uhrzeit des Auftragseingangs gehören dazu. Das kann entscheidend sein, wenn die angezeigte Orderzeit von der behaupteten abweicht oder ein limitierter Auftrag später als unlimitierter dargestellt wird.

Wer traf die Handelsentscheidung?

Anhang IV sieht Kennzeichnungen vor, wer innerhalb der Wertpapierfirma für eine Anlageentscheidung verantwortlich war, etwa über eine Händler-ID oder Algorithmus-ID. Behauptet ein Anbieter nach Verlusten, alle Geschäfte seien auf Wunsch des Kunden erfolgt, kann diese Kennzeichnung klären, ob tatsächlich ein Mitarbeiter oder ein automatisiertes System entschieden hat.

Was gilt bei nachträglichen Änderungen von Handelsdaten?

Technische Berichtigungen können legitim sein, sollten aber eine nachvollziehbare Ursache und Dokumentationsspur haben. Auffällig ist etwa, wenn ein Trade mit identischer Ordernummer zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedliche Preise ausweist und niemand erklären kann, wann und warum die Änderung erfolgte.

Bleiben Vertragsunterlagen nach einer Kontosperrung erhalten?

Nach Art. 73 sind Aufzeichnungen über Rechte und Pflichten zwischen Wertpapierfirma und Kunde mindestens für die Dauer der Geschäftsbeziehung aufzubewahren. Ein Login-Verlust bei Fin Street Ledger (finstreetledger.org) macht diese Unterlagen daher nicht rechtlich bedeutungslos. Trotzdem sollten Unterlagen frühzeitig selbst heruntergeladen werden, da ein Aufzeichnungsanspruch nicht automatisch einen einfachen Zugriff bedeutet.

Welche Beweise sollten gesichert werden?

Hilfreich sind ältere Screenshots, CSV-Exporte, PDF-Abrechnungen, Ordernummern, Zeitstempel und spätere korrigierte Versionen. Der entscheidende Hinweis liegt oft nicht in einem einzelnen Screenshot, sondern im Vergleich mehrerer Zeitpunkte. Auch bei persönlichen Besprechungen zu Kundenorders müssen bestimmte Angaben wie Datum, Uhrzeit, Ort, Teilnehmer und wesentliche Orderdaten auf dauerhaftem Datenträger festgehalten werden.

Häufige Fragen

Was sagt Art. 72 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565?
Wertpapierfirmen müssen Daten so aufbewahren, dass Geschäftsphasen nachvollziehbar sind. Korrekturen und der Inhalt vor einer Änderung müssen erkennbar bleiben.
Warum ist die genaue Orderzeit bei Fin Street Ledger (finstreetledger.org) wichtig?
Datum und Uhrzeit des Auftragseingangs sind aufzuzeichnen. Bei starken Marktbewegungen kann ein Zeitunterschied von wenigen Minuten wirtschaftlich entscheidend sein.
Was bedeutet die Händler-ID oder Algorithmus-ID?
Sie kennzeichnet, wer in der Wertpapierfirma für eine Anlageentscheidung verantwortlich war. So lässt sich prüfen, ob Trades tatsächlich vom Kunden veranlasst wurden.
Muss ein Broker Vertragsunterlagen nach einer Kontosperrung aufbewahren?
Nach Art. 73 mindestens für die Dauer der Geschäftsbeziehung. Dennoch ist es ratsam, Dokumente frühzeitig selbst zu sichern.
Welche Daten sollten Anleger sichern?
Ältere Screenshots, CSV-Dateien, PDF-Abrechnungen, Ordernummern, Zeitstempel und spätere korrigierte Versionen derselben Trades.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

  • 1Sie schildern uns Ihren Fall
  • 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
  • 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
  • 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.

Weitere Übersichten

Alle Analysen zu Fin Street Ledger