sps-personal.net: Job-Scamming-Verdacht und Widersprüche

Veröffentlicht am 06.11.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Watchlist Internet führt sps-personal.net seit 21.10.2026 als betrügerisches Jobangebot
  • Zwei Adressen, HRB-Nummer bei einer GbR und widersprüchliche Firmenangaben
  • Keine Kontoeröffnung oder Identprüfung als „Testauftrag“ durchführen
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

sps-personal.net („SPS Personal Service“) wirbt mit einem Homeoffice-Nebenjob als „Anwendungsprüfer“ für bis zu 603 Euro monatlich bei etwa acht Wochenstunden. Die österreichische Watchlist Internet führt die Seite seit dem 21. Oktober 2026 als betrügerisches Jobangebot. Die Angaben der Website weisen mehrere Widersprüche auf, die Bewerber vor einer Kontaktaufnahme prüfen sollten.

Ist sps-personal.net seriös?

Die Watchlist Internet warnt vor Identitätsdiebstahl, finanziellen Schäden und einer möglichen Verwicklung in Geldwäsche. Der Artikelautor konnte die Unternehmensangaben der Seite nicht unabhängig bestätigen. Eine konkrete Täuschung durch die Betreiber ist damit nicht abschließend nachgewiesen, die Anhaltspunkte rechtfertigen aber Vorsicht.

Welche Widersprüche fallen auf?

  • Zwei Adressen: Das Impressum nennt Rathausplatz 12, 61348 Bad Homburg vor der Höhe. Eine erfasste Version der Registrierungsseite nennt Lachener Straße 88, 67433 Neustadt an der Weinstraße. Die Telefonnummer ist identisch.
  • Rechtsform: Genannt wird eine „SPS Personal Service GbR“ mit der Registernummer HRB 45806 beim Registergericht Bad Homburg. Eine gewöhnliche GbR wird nicht unter einer HRB-Nummer geführt. Für eingetragene GbRs gibt es das Gesellschaftsregister. Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer fehlt.
  • Alter des Angebots: Die Domain wurde am 5. August 2026 registriert. Die Startseite wirbt mit über neun Jahren Erfahrung, 6.592 vermittelten Jobs und 2.334 Firmen. Später ist von acht Jahren und 3.500 vermittelten Menschen die Rede.
  • Unternehmensdarstellung: Die Qualitätssicherungsagentur soll seit 2014 tätig sein, als Gründungsjahr wird aber 2017 genannt. Behauptet werden über 300 Mitarbeiter und über 60 Standorte.

Wird ein echtes Unternehmen namens SPS missbraucht?

Die Abkürzung SPS nutzen viele real existierende Firmen. Eine Gesellschaft, deren Identität nachweislich übernommen wurde, ließ sich nicht feststellen. Eine Namensähnlichkeit allein beweist keinen Identitätsdiebstahl.

Wo liegt die Gefahr bei solchen Nebenjobs?

Bei unseriösen Homeoffice-Jobs kann aus einer Softwareprüfung die Aufforderung werden, ein Bankkonto zu eröffnen, etwa als angeblicher Test einer Banking-App. Wer dabei ein Video-Ident-Verfahren durchläuft, eröffnet möglicherweise ein echtes Konto auf den eigenen Namen. Ob sps-personal.net solche Anweisungen erteilt hat, ist nicht nachgewiesen.

Was tun bei Kontakt mit sps-personal.net?

  1. Bewerbung unterbrechen und keine weiteren Dokumente übermitteln.
  2. Stellenanzeige, Impressum und abweichende Anschriften samt Datum und Internetadresse sichern.
  3. E-Mails und Messenger-Nachrichten vollständig aufbewahren.
  4. Bei verdächtigen Kontoeröffnungen oder Überweisungen die Bank informieren.
  5. Keine Freischaltungsgebühren zahlen.
  6. Passwörter ändern und Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
  7. Bei Geldverlust oder Identitätsmissbrauch eine Strafanzeige prüfen.

Wer bereits Gelder Dritter weitergeleitet hat, sollte strafrechtliche Risiken anwaltlich prüfen lassen.

Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen?

Bei nachgewiesener betrügerischer Täuschung kommen Schadensersatzansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB in Betracht. Bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen kann § 675u BGB einschlägig sein, bei rechtswidriger Datenverarbeitung Art. 82 DSGVO. Für eine Rückforderung ist wesentlich, ob eine Überweisung selbst freigegeben wurde und wer das Geld erhalten hat. Vorsicht ist bei Recovery-Scams geboten: Angebliche Rückholunternehmen verlangen häufig weitere Gebühren.

Häufige Fragen

Was ist sps-personal.net?
Eine Website von „SPS Personal Service“, die einen Homeoffice-Nebenjob als Anwendungsprüfer für bis zu 603 Euro monatlich bei etwa acht Wochenstunden bewirbt.
Wer warnt vor sps-personal.net?
Die österreichische Watchlist Internet führt die Seite seit dem 21. Oktober 2026 als betrügerisches Jobangebot. Sie warnt vor Identitätsdiebstahl, finanziellen Schäden und möglicher Verwicklung in Geldwäsche.
Warum ist die Angabe HRB 45806 auffällig?
Eine gewöhnliche GbR wird nicht unter einer HRB-Nummer im Handelsregister geführt. Für eingetragene GbRs existiert das Gesellschaftsregister.
Sollte ich ein Konto für den Job eröffnen?
Nein. Eine Kontoeröffnung oder Identitätsprüfung als vermeintlicher Testauftrag sollte nicht durchgeführt werden, da dabei ein echtes Konto auf den eigenen Namen entstehen kann.
Welche Ansprüche kommen bei einem Schaden in Betracht?
Bei nachgewiesener Täuschung können Ansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB bestehen, bei nicht autorisierten Zahlungen § 675u BGB, bei Datenmissbrauch Art. 82 DSGVO.

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