Novadius Management: Call-ID-Spoofing und Telefonnummern

Veröffentlicht am 27.10.2026 –

Dr. Michael Wehrmann und Martin Wehrmann, WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht
Dr. Michael WehrmannRechtswissenschaftler Martin WehrmannRechtsanwalt
  • Angezeigte Rufnummern können per Call-ID-Spoofing manipuliert sein, auch echte deutsche Nummern
  • Telefonische Betreuung belegt keine Seriosität oder Anlagetätigkeit von Novadius Management
  • Anruflisten, Uhrzeiten, Chats und Vertragsdaten sichern; Beschwerde bei der Bundesnetzagentur möglich
  • Sie sollten die Unterstützung eines Rechtsanwalts erwägen, der regelmäßig derartige Fälle bearbeitet.
  • Ihre Vermögenswerte könnten sich in akuter Gefahr befinden, wenn Sie nicht schnell und entschlossen handeln.

Bei Novadius Management (novadiusmanagement.com) kann die angezeigte Telefonnummer täuschen: Beim Call-ID-Spoofing lässt sich die Absenderrufnummer manipulieren, sodass auch deutsche Vorwahlen oder reale Unternehmensnummern angezeigt werden können. Eine Telefonnummer ist daher kein verlässlicher Beleg für Identität oder Unternehmenssitz.

Warum sagt eine deutsche Vorwahl wenig über den Standort aus?

Nach Angaben der Bundesnetzagentur kann die tatsächlich verwendete Rufnummer technisch durch eine andere ersetzt werden. Eine Nummer mit +49 oder einer Vorwahl aus Frankfurt, Berlin oder München beweist deshalb nicht, dass hinter Novadius Management (novadiusmanagement.com) ein deutsches Unternehmen steht. Entscheidend ist, wer tatsächlich hinter dem Kontakt steht.

Können auch echte Rufnummern missbraucht werden?

Ja. Laut Bundesnetzagentur können Täter real existierende deutsche oder ausländische Nummern anzeigen lassen, obwohl deren Inhaber mit dem Anruf nichts zu tun haben. Ein Anleger, der eine Nummer recherchiert und einem Finanzunternehmen zuordnet, darf daraus also nicht auf die Identität des Anrufers schließen. Bei einem Rückruf kann er beim echten Inhaber landen, der den angeblichen Berater nicht kennt.

Ist telefonische Erreichbarkeit ein Seriositätsnachweis?

Nein. Ein Lagebild aus Nordrhein-Westfalen beschreibt Fälle von Cybertrading-Betrug, in denen die Betreuung telefonisch oder über Chatgruppen erfolgt. Nach Erkenntnissen der Ermittler werden die angeblich investierten Gelder dabei regelmäßig nicht investiert. Für 2024 wurden in NRW fast 2.900 Auslandstaten mit einem Schaden von über 90 Millionen Euro sowie Inlandstaten mit rund 14 Millionen Euro Schaden erfasst. Das LKA nannte Spoofing ausdrücklich als Methode, Täterstandorte zu verschleiern.

Welche Informationen sollten Betroffene neben der Nummer prüfen?

Aussagekräftiger als die Rufnummer sind diese Angaben:

  • Welche Gesellschaft steht im Vertrag?
  • Wohin wurde überwiesen?
  • Welche E-Mail-Domain wurde benutzt?
  • Welche Geschäftsanschrift wurde angegeben?

Erst das Zusammenspiel ergibt ein belastbares Bild. Wechselnde Nummern (etwa deutsche Mobilfunk-, Festnetz- und britische Nummern) sollten nicht pauschal unter „Broker“ zusammengefasst werden.

Welche Daten sollten gesichert werden?

Anruflisten nicht löschen. Screenshots sollten Rufnummer, Datum, Uhrzeit und Gesprächsdauer sowie den genannten Namen dokumentieren. Zusätzlich relevant sind WhatsApp-Profile, SMS, Sprachnachrichten und Mailbox-Nachrichten. Die Bundesnetzagentur nimmt Beschwerden zu manipulierten Rufnummern entgegen, verlangt dabei eine möglichst genaue Uhrzeit und verweist bei Verdacht auf kriminelle Anrufe auf die Strafverfolgungsbehörden.

Häufige Fragen

Was ist Call-ID-Spoofing?
Dabei wird die auf dem Display angezeigte Rufnummer manipuliert. Laut Bundesnetzagentur kann die tatsächlich verwendete Nummer durch eine andere ersetzt werden.
Beweist eine deutsche Telefonnummer einen deutschen Firmensitz von Novadius Management?
Nein. Eine deutsche Vorwahl oder eine reale Unternehmensnummer kann angezeigt werden, ohne dass der Anruf von dort stammt.
Welche Anrufdaten sollten gesichert werden?
Rufnummer, Datum, Uhrzeit, Gesprächsdauer und genannter Name, dazu WhatsApp-Profile, SMS, Sprach- und Mailbox-Nachrichten.
Wo können manipulierte Rufnummern gemeldet werden?
Bei der Bundesnetzagentur. Bei Verdacht auf kriminell motivierte Anrufe sind außerdem die Strafverfolgungsbehörden zuständig.

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